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Korschenbroich
SPD: "Pubertäres Trotzverhalten" des Landrats

Korschenbroich. Die SPD sackt bundesweit in den Umfragewerten auf unter 20 Prozent ab. "Die Partei hat ein Glaubwürdigkeitsproblem", sagte SPD-Kreisvorsitzender Daniel Rinkert (28) jetzt bei der Mitgliederversammlung des Stadtverbandes Korschenbroich in der Alten Schule. Die Partei müsse stärker auf das aufmerksam machen, was sie durch ihre Politik erreicht habe. "Das tun wir viel zu selten. Und das ist ein Problem", sagte Rinkert, der bei seiner Rede ein Stück weit den Kampfgeist der Korschenbroicher Sozialdemokraten wecken konnte. Derzeit zählt der SPD-Stadtverband um Vorsitzenden Udo Bartsch 161 Mitglieder, die sich früh auf die 2020 anstehende Rats- und Bürgermeisterwahl vorbereiten wollen.

Vorsitzender Udo Bartsch gab bei der Mitgliederversammlung, bei der sich auch der neue SPD-Kreisgeschäftsführer Stephan Bramorski vorstellte, einen Überblick über die Themen, für die sich seine Partei stark machen will. "Eines der Themen ist die Gründung einer Gesamtschule in Korschenbroich. Für uns zählt der Elternwille. Wir werden Kontakt zu unseren Kollegen in Kaarst aufnehmen", sagte Bartsch. Im August war die Kooperation für eine Gesamtschule an der ablehnenden Haltung der Kaarster gescheitert. Ein weiteres Thema: die Resolution gegen das belgische Pannen-Atomkraftwerk Tihange. Die, heißt es, soll weiter vorangetrieben werden.

Udo Bartsch brachte die Mitglieder auch auf den neusten Stand, was die Politik auf Kreisebene betrifft. Dabei kritisierte er Landrat Hans-Jürgen Petrauschke (CDU) und seine - wie er sagt - "Büchsenspanner", die veränderte politische Verhältnisse (die SPD stellt seit Herbst die Bürgermeister in Neuss, Grevenbroich, Rommerskirchen und Dormagen) gerade in Bezug auf Kreisumlage und Haushalt nicht zu einem Neuanfang nutzen würden. Städten wie Korschenbroich würde trotz finanzieller Nöte die kalte Schulter gezeigt. Das entspreche nicht dem Willen vieler Wähler. Bartsch diagnostizierte bei Landrat und Co. deshalb "spätpubertäres Trotzverhalten". Außerdem zeigte er sich enttäuscht darüber, dass "Die Aktive" mit der Kreistagsabgeordneten Gabi Parting der Kreisumlage und dem Haushalt zustimmte.

(cka)
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