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Korschenbroich
"Sport genauso wichtig wie ein Medikament"

Korschenbroich. Bewegung gegen Krebs lautete das Motto des Aktionstags in der Niederrhein-Klinik. Von Marion Lisken-Pruss

Wie kann man das Risiko senken, an Krebs zu erkranken? Kann Sport helfen, die Erkrankung und die Folgen der Therapie zu überwinden? Um diese Fragen ging es beim Aktionstag "Bewegung gegen Krebs", zu dem die Niederrhein-Klinik Korschenbroich am Samstag eingeladen hatte. Die Reha-Klinik feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen, und der Aktionstag war Teil des Jubiläumsprogramms.

Klaus Wehle, Chefarzt der Onkologie, hielt ermutigende Zahlen zum Thema "Sport und Krebs" bereit: Neue Studien hätten ergeben, dass sich Ausdauersport nicht nur positiv bei Herzkreislauferkrankungen auswirke, sondern auch das Risiko senken könne, an Krebs zu erkranken. Und zwar zwischen zehn und 20 Prozent. "Das ist überraschend viel", kommentierte er die Forschungsergebnisse. Zwar seien nicht alle Krebsarten untersucht worden, aber immerhin häufige Erkrankungen wie Magen-, Darm-, Gebärmutter- oder Brustkrebs. "Sport ist eine Allzweckwaffe", unterstrich Klaus Wehle und empfahl, 150 Minuten pro Woche "mäßig anstrengenden" Sport zu treiben, also zu joggen, walken, schwimmen oder zu tanzen. Dabei betonte er, dass Sport auch helfen solle, Rückfällen vorzubeugen.

Die Resonanz auf den Aktionstag fiel allerdings eher mäßig aus. Dabei war das Informationsangebot vielfältig: Vier Vorträge wurden zu den Themenkomplexen Krebsprävention, Krebs und Sport sowie Sport im Rahmen der Nachsorge angeboten. Im Fitnessraum der Klinik konnten Besucher Kraft und Ausdauer testen. Darüber hinaus informierten mehrere Selbsthilfegruppen und therapeutische Dienste über ihre Aktivitäten. Mit dabei war auch Margret Kenn von der Selbsthilfeorganisation ILCO, die sich an Patienten mit künstlichem Darmausgang richtet: "Betroffene fühlen sich eher verstanden von Personen, die wissen, wie man mit einem Loch im Bauch lebt." Auch das Thema Brustkrebs nahm breiten Raum ein: Die "Initiative für Brustkrebspatientinnen" war ebenso vertreten wie das Brustzentrum des Neusser Etienne-Krankenhauses, an dessen Stand Frauen Knoten in einer Brustattrappe ertasten konnten. Am Nachbarstand konnten Chemotherapiepatienten schicke Mützen, Kappen und Hüte als Alternative zu Perücken auswählen. Und ein Sanitätshaus präsentierte Rollatoren mit elektrischem Zusatzantrieb. Für eine Besucherin (68), die an Lymphdrüsenkrebs erkrankt war, war die Teilnahme am Aktionstag Ehrensache. Dass ihr Sport gut tut, konnte sie nur bestätigen. "Wenn ich Tennis spiele, denke ich nicht an die Krankheit", sagte sie. Für Klaus Wehle ist nicht nur die Rehabilitation wichtig. Er möchte den Fokus auch auf die Prävention lenken: "Sport ist genauso wichtig wie ein Medikament", sagte er.

Quelle: NGZ
 
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