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Korschenbroich
St. Georg: 100-Jahr-Feier nach 101 Jahren

Korschenbroich. Sie feierten am Wochenende mit dem früheren Bischof, spielenden Kindern und einem Benefizkonzert: Die Liedberger Kirche gibt es zwar seit 101 Jahren. Doch mit dem Festakt warteten die Liedberger ein Jahr - ihrem Pfarrer zuliebe. Von Daniela Gefgen

Heinrich Mussinghoff hat in seiner Zeit als Aachener Bischof viele Kirchen gesehen. In die Liedberger St.-Georg-Kirche kam er gestern besonders gern zurück: "Man spürt den Zusammenhalt der Menschen hier, das finde ich sehr schön. Und ich mag die Kirche mit ihrem neugotischen Stil, sie ist sehr offen gehalten. So sind die Gläubigen bei einem Gottesdienst mit ihrem Pfarrer näher zusammen." Mussinghoff kam aus besonderem Grund nach Liedberg: Am Wochenende wurde mit Konzert und Festakt das 100-jährige Bestehen der Kirche gefeiert.

Und das mit einjähriger Verspätung. Pfarrer Marc Zimmermann war vergangenes Jahr, als ursprünglich gefeiert werden sollte, krank. Ohne ihren Pfarrer wollten die Liedberger aber kein Jubiläum begehen.

"Mir war das ja gar nicht so recht, dass so eine Feierlichkeit von mir abhängig gemacht wurde", erzählte Pfarrer Zimmermann fast ein wenig verlegen beim Benefizkonzert vor der Kirche am Samstag. Beim Konzertabend des MGV Cäcilia unter der Leitung von Theo Dahmen gab es unter anderem Stücke von Mendelssohn-Bartholdy, Haydn und Grieg zu hören. Theo Dahmen spielet zudem auf Orgel und Klavier Solo-Stücke.

Für Pfarrer Zimmermann ist das Gotteshaus nicht nur ein wichtiger Ort für aktive Kirchgänger. Das Gebäude selber ist bedeutsam für den Ort Liedberg und die Menschen. "Hier erleben die Liedberger schöne Familienfeste wie Trauungen und Taufen. Sie verabschieden sich hier aber auch von Familienmitgliedern und Freunden. Das Gebäude spielt in ihrem Leben eine wichtige Rolle." Zwei, die das aus eigenem Erleben bestätigen können, sind Klaudia Hofmann (57) und Hildegard Schuster (59). Klaudia Hofmann wurde in St. Georg getauft, feierte dort Kommunion und Firmung. "Aber ich habe auch viele liebe Menschen beerdigt, wie meinen Vater", sagt sie. Hildegard Schuster ist vor 23 Jahren nach Liedberg gezogen. "Mein Mann und ich gehen jeden Sonntag in die Kirche", erzählt sie. "Wir starten dann viel zufriedener in den Tag, unsere Kirche gehört für uns einfach dazu."

Dem Festausschuss war es bei der Planung ein wichtiges Anliegen, dass Jung und Alt gemeinsam das Jubiläum feiern konnten. Deswegen gab es parallel zu der Messe einen Kindergottesdienst in der Liedberger Schlosskapelle. Zum gemeinsamen Segen kamen die Kinder in die Kirche. Und während des Festaktes war der Spielplatz des angrenzenden Kindergartens geöffnet, so dass dort gespielt werden konnte. So störte es auch niemanden, dass der Anfang der Rede von Bürgermeister Marc Venten von den lauten Rufen der spielenden Kinder übertönt wurde.

Venten erinnerte in seiner Rede an die Zeit des Baus der Kirche vor 100 Jahren, als die Menschen weniger an sich denn an die nachfolgenden Generationen gedacht hätten. "Das würde ich mir auch für unsere Gegenwart wünschen", sagte der Bürgermeister.

Quelle: NGZ
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