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Korschenbroich
Stadt braucht neue Gewerbeflächen

Korschenbroich. CDU-Chef Thomas Siegers: "Die Stadt hat eine Einnahmeschwäche." Von Ruth Wiedner

Im Sparen sind die Korschenbroicher Politiker seit Jahren geübt. Die Sparanstrengungen der Stadt, die seit 2012 (freiwillige) Stärkungspaktkommune ist, reichen der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) Nordrhein-Westfalen aber längst nicht aus. Sie sieht immer noch Potenzial im Bereich der freiwilligen Leistungen. Zudem empfehlen die Prüfer etwa den Verkauf städtischer Immobilien, die Schließung von Bürgerhäusern, Schulen, Turnhallen und Sportplätzen. Jeder verkaufte Quadratmeter ergibt nach GPA-Berechnungen eine jährliche Ersparnis von 100 Euro.

Wer sich im Hauptausschuss jetzt auf eine lange Diskussion der GPA-Empfehlungen eingestellt hatte, wurde eines Besseren belehrt. Bürgermeister Marc Venten regte an, das Sparpaket samt Verwaltungskommentare in den Fraktionen zu beraten und für die anstehenden Haushaltsberatungen im November zu nutzen. Bevor Thomas Siegers für die CDU Zustimmung signalisierte, merkte der Fraktionschef an: "Wir stehen als Stadt im Verhältnis gut da. Ich will hier nichts schön reden, aber wir sind auf der Ausgabenseite besser als der Mittelwert." Und weiter stellte Siegers fest: "Wir haben in Korschenbroich kein Ausgabenproblem, sondern aufgrund fehlender Gewerbeflächen eine deutliche Einnahmeschwäche." Dem pflichtete Paul Jahny für die SPD-Fraktion bei. Damit einverstanden war auch Wolfgang Houben (Grüne). Er hatte allerdings mit den GPA-Forderungen, die Stadt solle langfristig für alle Verwaltungsstellen ein Anforderungsprofil erarbeiten, und der Verwaltungsantwort ein Problem. "Mit der Stellenausschreibung wird automatisch ein Anforderungsprofil beschrieben, um die bestmögliche Bewerberin beziehungsweise den bestmöglichen Bewerber für die Stelle zu gewinnen", heißt es in der Verwaltungsvorlage. "Warum dann die Forderung, wenn es so etwas im Rathaus schon gibt?", fragte Houben. Die Antwort von Kämmerer Dückers: "Dazu müssen Sie die GPA fragen." Albert Richter (SPD) nutzte die Gelegenheit, erneut den Blick auf fehlende Gewerbeeinnahmen zu lenken: "Unsere vordringliche Aufgabe muss es sein, neue Gewerbeflächen zu generieren. Nur so können wir die Einnahmen erhöhen, ohne künftig Steuern für den Bürger anheben zu müssen."

Quelle: NGZ
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