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Korschenbroich
Stadt führt durch das neue Flüchtlingsheim

Korschenbroich: Stadt führt durch das neue Flüchtlingsheim
Vertreter der Korschenbroicher Stadtverwaltung wie Bürgermeister Marc Venten (5. v. l.) und Beigeordneter Georg Onkelbach (r.) beantworten Fragen interessierter Anwohner in der neuen Container-Flüchtlingsunterkunft. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Rund 80 Bürger kamen zum Tag der offenen Tür ins Container-Heim am Weißen Weg. Bis zu 64 Menschen können dort bald wohnen.. Von Christian Kandzorra

Vor acht Jahren wurde die alte Flüchtlingsunterkunft am Weißen Weg in Pesch abgerissen. Wegen der steigenden Zahl von Asylbewerbern in Korschenbroich hat die Stadt jetzt an der gleichen Stelle für 600.000 Euro ein neues Flüchtlingsheim aus Wohncontainern bauen lassen. Bis zu 64 Menschen sollen in den acht Wohneinheiten unterkommen. "Wir wollen die Wohnungen zum nächstmöglichen Zeitpunkt belegen - spätestens aber nach Karneval", sagte Erster Beigeordneter und Flüchtlingsbeauftragter Thomas Dückers beim Tag der offenen Tür in einer der 58 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Wohnungen. "Die Anwohner sollen eine Vorstellung von der Unterkunft bekommen. Darüber hinaus möchten wir offene Fragen beantworten."

Rund 80 Bürger nutzten das Angebot der Stadt, die um einen Dialog mit den Nachbarn des weißen Container-Baus bemüht ist. "Der Standort ist gut geeignet, weil noch Versorgungsanschlüsse vorhanden waren", erklärte Bürgermeister Marc Venten, der sich am Samstag ebenfalls den Fragen der Anwohner stellte. Viele Bürger zeigten sich besorgt und hilfsbereit zugleich. Einige informierten sich etwa bei Petra Köhnen vom Sozialamt, die die Flüchtlingshilfe koordiniert und auch am Weißen Weg Fragen beantwortete. "Viele Bürger wollen etwa wissen, woher die Menschen kommen, die in die Unterkunft ziehen. Das steht aber noch nicht fest", sagte Bürgermeister Marc Venten.

In jeder der Wohneinheiten sollen zwischen sechs und acht Menschen einziehen. Jede Wohnung verfügt neben drei gleich großen Schlafräumen über eine kleine Küche, ein WC mit Waschtisch sowie eine separate Dusche. "Die Wohnungen sind alle gleich geschnitten und so gut wie fertig. Es fehlen nur noch Anstriche, Lampen und die Baureinigung", erklärte Beigeordneter Georg Onkelbach bei der Besichtigung des neuen Flüchtlingsheims.

Eigentlich sollte der Container-Bau bereits im Oktober vergangenen Jahres bezugsfertig sein. "Der Markt ist aber wie leer gefegt. Es gibt Lieferverzögerungen", sagte Beigeordneter Onkelbach. Die Stadt halte dennoch an den Planungen fest, im Februar mit dem Bau einer identischen Unterkunft an der Schiefbahner Straße in Kleinenbroich zu beginnen.

Von den neuen Wohnungen in Pesch haben die Pescher selbst überwiegend einen guten Eindruck. "Ich bin positiv überrascht. Hier lässt es sich wohnen", sagte Anwohner Heinz Krapohl, der sich mit seinem Enkel einen Überblick verschaffte. Ihm sei wichtig, dass die neuen Bewohner selbst das Areal um ihre Unterkunft in Schuss halten. "Das Wohnheim, das vorher an der gleichen Stelle stand, war zum Schluss stark verwildert. Überall lag Müll. Das geht gar nicht."

Wie lange die Wohncontainer am Weißen Weg in Pesch stehenbleiben sollen, steht noch nicht genau fest. "Wir rechnen mit einem Zeitraum zwischen zehn und 15 Jahren", erklärte Thomas Dückers.

Quelle: NGZ
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