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Korschenbroich
Stadt informiert über Flüchtlings-Situation in Glehn

Korschenbroich. Das Alte Rathaus kommt als vorübergehende Flüchtlingsunterkunft in Frage. Rund 100 Bürger kamen zum Infoabend.

Das Land NRW muss 21 Prozent aller Flüchtlinge aufnehmen, die Deutschland erreichen. Wiederum 0,18 Prozent davon muss die Stadt Korschenbroich in ihren Flüchtlingsunterkünften unterbringen. 593 Flüchtlinge leben derzeit im Stadtgebiet, alle paar Tage kommen neue dazu. Durch den starken Anstieg der Flüchtlingszahlen muss die Stadt seit Oktober auch auf ihre vom Rat verabschiedete Notfallliste zurückgreifen, auf der öffentliche Gebäude stehen, die im Notfall zur Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert werden können. Die Liste wurde jetzt erweitert - unter anderem steht auch das Alte Rathaus im Glehner Ortszentrum darauf.

Die Stadt informierte am Donnerstagabend in der Grundschule über die neue Situation. "Wir versuchen zu vermeiden, auf die öffentlichen Gebäude zurückgreifen zu müssen", betonte Bürgermeister Marc Venten (CDU). Die Stadt wolle gut vorbereitet sein. "Oberste Priorität hat es, Obdachlosigkeit zu vermeiden." Wie die Verwaltung mitteilt, konnte sie jetzt eine beheizte Gewerbehalle an der Wankelstraße anmieten, in der bis zu 50 Flüchtlinge unterkommen könnten. "Reicht das nicht, müssen wir auch auf das Alte Rathaus in Glehn zurückgreifen. Wir werden jedoch rechtzeitig Kontakt zu den Menschen aufnehmen, die das Alte Rathaus nutzen", versicherte Beigeordneter Georg Onkelbach beim Infoabend, an dem rund 100 Bürger teilnahmen.

Die meisten Bürger zeigten sich dort überaus hilfsbereit und verständnisvoll, andere äußerten Sorgen, dass etwa das Vereinsleben leiden könnte, wenn immer mehr öffentliche Gebäude über mehrere Monate hinweg zu Flüchtlingsunterkünften werden. Erster Beigeordneter und Flüchtlingsbeauftragter Thomas Dückers zeigte Verständnis, betonte jedoch auch: "Wir haben aber die Pflicht, Flüchtlinge unterzubringen." Georg Onkelbach sicherte Heimatvereins-Chef Joachim Schröder auf Nachfrage zu, das Heimatmuseum bei einer Belegung des Alten Rathauses entsprechend zu sichern: "Wir werden alle Aspekte vor Ort im direkten Kontakt mit den Vereinen klären." Ein Mitglied von "Glehn aktiv" wies beim Infoabend darauf hin, dass die Initiative ein Spendenkonto bei der Sparkasse eingerichtet habe.

Laut Petra Köhnen vom Sozialamt der Stadt soll am 2. Dezember, 18 Uhr, im Glehner Jugendtreff "Sinnflut" ein Treffen von Bürgern stattfinden, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren wollen. Um Dopplungen und Chaos zu vermeiden, sollten sich Interessierte grundsätzlich vorher bei ihr unter 02161 613169 melden.

(cka)
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