| 00.00 Uhr

Korschenbroich
Stadt will ein neues Konzept für Pesch

Korschenbroich: Stadt will ein neues Konzept für Pesch
Pesch ist ein gefragter Ortsteil: Damit Investoren und Bauherren künftig nicht mehr nach Belieben Baulücken füllen können, wird die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen. Ziel ist eine geordnete städtebauliche Entwicklung. FOTO: Reichartz
Korschenbroich. Damit nicht alle Baulücken in Pesch mit Wohnblöcken zugepflastert werden, zog die CDU jetzt die Notbremse. Sie fordert die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Auslöser für den Eilantrag sind Spekulationen um den Gasthof Deuss. Von Ruth Wiedner-Runo

Wie geht es nach dem Jahreswechsel in Pesch weiter? Die Frage bewegt nicht nur die 13 Vereinsvorstände mit ihren Mitgliedern. Diese Frage bewegt auch viele Einwohner, die befürchten, dass vorhandene Baulücken mit Wohnblöcken gefüllt werden. Die CDU-Ratsfraktion wurde jetzt aktiv. Sie fordert mit ihrem Eilantrag die Aufstellung eines Bebauungsplanes für eine Teilfläche der zentralen Ortslage.

Auslöser für die Eilaktion war die Diskussion um den Gasthof Deuss. Conny Deuss-Michels wird zum Jahresende das Traditionslokal einem neuen Besitzer übergeben. Dabei ist aber noch völlig offen, ob das Lokal mit einem neuen Betreiber eine Zukunft hat, oder ob der neue Besitzer den Fokus auf Wohnbebauung legen wird.

Bislang gilt für große Teile von Pesch die sogenannte 34-Regelung. Wer in zentraler Ortslage ein Eigenheim oder einen Häuserblock bauen möchte, der ist in der von ihm gewählten Gestaltungsforum laut Baugesetzbuch relativ frei. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Ein städtebauliches Konzept soll festlegen, was für interessierte Bauherren künftig wo und wie möglich ist.

"Wir wollen durch die Aufstellung eines ordentlichen Bebauungsplanes Planungssicherheit für Grundstückseigentümer, Bauherren und Investoren schaffen", hatte CDU-Fraktionschef Thomas Siegers den Vorstoß seiner Partei im Rat begründet.

Albert Richter (SPD) ging sogar noch einen Schritt weiter: Er fordert den Erhalt des wunderschönen Platanengartens der Gaststätte. "Er ist das Herzstück im Areal zwischen Kirche, Kapelle und Gasthof. Wir möchten im Bebauungsplanverfahren die Unterschutzstellung des Gartens." Ob Bestands- oder Denkmalschutz - die Form soll jetzt die Verwaltung klären.

Die Eilbedürftigkeit kann der Technische Beigeordnete Georg Onkelbach nachvollziehen. Er weiß von vielen Gesprächen unterschiedlicher Interessenten. "Das gilt für mehrere Baugrundstücke in der Ortslage", erklärt Onkelbach auf Anfrage unserer Redaktion. Er weiß aber auch, dass die Verwaltung etwas Zeit benötigt: "In der September-Sitzung des Bauausschusses kann ich noch keinen Entwurf vorlegen. Wir müssen schließlich in Ruhe planen können, wie sich Pesch städtebaulich entwickeln soll." Als realistisch für die Entwurfsberatung nennt er den Monat Dezember.

Der Kaarster Bauträger WISA will eine Häuserzeile an der Ecke Kleinenbroicher Straße errichten. Der Bauantrag liegt der Korschenbroicher Bauverwaltung bereits vor. Interesse hat WISA auch an der 3500 Quadratmeter großen Fläche von Deuss. "Wir stehen in Gesprächen mit der Stadt", bestätigte gestern Kundenberater Dirk Scholz. "WISA-Inhaber Werner Schmitz wird sich zu einem späteren Zeitpunkt äußern", stellte Scholz in Aussicht. Er wolle seinem Chef, der zurzeit in Urlaub weilt, nicht mit Infos vorgreifen. Und auch Brauerei-Chef Michael Hollmann gab sich gestern wortkarg: "Ich bin im Gespräch mit Frau Deuss-Michels. Es gibt Ideen, aber es ist noch nichts spruchreif."

Quelle: NGZ
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Korschenbroich: Stadt will ein neues Konzept für Pesch


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.