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Kunstfrühling in Korschenbroich
Stadtzentrum ist eine begehbare Galerie

Kunstfrühling in Korschenbroich: Stadtzentrum ist eine begehbare Galerie
Bürgermeister Marc Venten eröffnete den neunten Korschenbroicher Kunstfrühling. Eine Woche lang stellen Künstler ihre Werke an unterschiedlichen Orten in Korschenbroich aus. Auch zwei heimische Künstler machen mit. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Die Friedensherde ist auf zehn Tiere geschrumpft. Dass sich die Blauen Schafe rar machen, stört am Ende niemanden mehr. Denn der Kunstfrühling glänzt mit Werken zahlreicher Künstler. Auch zwei Korschenbroicher stellen aus. Von Rudolf Barnholt

Es gibt einen Frühling - und den nur alle zwei Jahre: den Korschenbroicher Kunstfrühling. Diese besondere Jahreszeit begann am Samstag um 11 Uhr im Foyer der Niederrhein-Klinik und wird genau eine Woche lang andauern. Und wie man es sich von einem Frühling so wünscht, ist er voller Farben, sehr facettenreich und lädt dazu ein, aktiv zu werden und auf Entdeckungsreise zu gehen. Die Wege sind nicht weit, zur Galerie wurde im Wesentlichen das Zentrum von Korschenbroich.

Schirmherr des neunten Korschenbroicher Kunstfrühlings ist Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. "Kunst ist immer Ausdruck der jeweiligen Zeit", erklärte er in seiner Begrüßungsrede. Die zehn blauen Schafe von Rainer Bonk machten deutlich, "dass man auch das akzeptiert, was anders ist". Eine kleine Enttäuschung in diesem Zusammenhang: Eigentlich sollten sich in der Parkanlage der Niederrhein-Klinik an der Regentenstraße 150 blaue Schafe einfinden. Rainer Bonk ließ sie jedoch kurzfristig woanders für Aufmerksamkeit sorgen. Die "Herde" fiel somit deutlich kleiner aus.

Bürgermeister Marc Venten freute sich über den Kunstfrühling: "Die Stadt wird eine Woche lang zur begehbaren Galerie. Mit unserem Kunstangebot müssen wir uns nicht hinter anderen Städte verstecken." Der Bürgermeister dankte dem "Freundeskreis für Kunst und Kultur", der den Korschenbroicher Kunstfrühling wieder organisiert hatte, wobei die Vorsitzende Gisela Willems-Liening und Angela Wilms-Adrians besonders hervorzuheben sind. "Insgesamt stellen 33 Künstlerinnen und Künstler an 20 unterschiedlichen Stellen ihre Werke aus", erklärte Venten. "Es sind ganz renommierte Künstler dabei wie der Beuys-Schüler Michael Beckers. Aber auch solche, die ihre ersten "Gehversuche" als Künstler machen - das macht den Charakter des Korschenbroicher Kunstfrühlings aus."

Während Angela Wilms-Adrians die fünf Euro teuren Kataloge verkaufte, sprach Gisela Willems-Liening: Sie bedauerte, dass die "Friedensherde der Blauen Schafe" auf zehn Tiere geschrumpft sei und erklärte, dass es mit einem raschen Hinschauen bei der Kunst nicht getan sei. Die Exponate im Foyer der Niederrhein-Klinik machen neugierig auf den gesamten Korschenbroicher Kunstfrühling. Hier haben vor allem die Großformate den Platz, den sie brauchen, um zur Geltung zu kommen.

Da sind die Gefäße im XXL-Format von Sabine Tusche - vielschichtig, zum Teil mit Gebrauchsspuren, in Pastelltönen. Conny Dietrich zeichnet mit Bleistift und Buntstift Menschen mit all ihren Fehlern und Eitelkeiten. Heike Kleffmann malt auf gebrauchten Materialien wie Altkleiderbeutel, versucht gar nicht erst, die Herkunft zu vertuschen. Johannes Veit stellt eigentlich bei "Sanaflair" an der Hindenburgstraße aus. Eine prachtvolle großformatige Arbeit ist in der Niederrhein-Klinik zu bewundern.

Worüber sich die Korschenbroicher Künstler freuen: Diesmal sind immerhin zwei aus ihren Reihen beim Kunstfrühling dabei: Ursula Möseler stellt in der Fotowerkstatt von Hilla Baecker aus, Marina Lörwald bei "Van Raay"s Jeans & Sportswear".

Quelle: NGZ
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