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Korschenbroich
Traditions-Sportverein ändert nach 38 Jahren seinen Namen

Korschenbroich. Aus "Sport Ältere Generation" wird jetzt "SÄG 50 plus": Der Verein will sich damit für jüngere Menschen attraktiver machen, ehe es zu spät ist.

Mehr Dynamik, mehr "jüngere" Mitglieder - das braucht der Verein "Sport Ältere Generation" (SÄG). Doch ab wann zählen Menschen eigentlich zur "älteren Generation"? Wer heute zum Beispiel 60 Jahre alt ist, der dürfte körperlich und geistig jünger sein als die Menschen, die bei der Gründung des Korschenbroicher Traditions-Vereins 60 Jahre alt waren. "In dem Alter sind heute so manche noch fit wie ein Turnschuh. Sie würden sich nie zur älteren Generation zählen", sagt Vorsitzende Inge Schulz. Sie steht im Verein für eine Reihe von Modernisierungen und will die Weichen für die Zukunft stellen, ehe es zu spät ist. Eine der markantesten Maßnahmen: Der Verein ändert nach 38 Jahren seinen Namen und heißt in wenigen Wochen ganz offiziell "SÄG 50 plus Korschenbroich".

Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung haben fast alle der rund 100 anwesenden Mitglieder für die Änderung und auch für eine überarbeitete Version der Satzung gestimmt. Damit reagieren sie auf den Rückgang der Mitgliederzahl und das steigende Durchschnittsalter im Verein. "Wir wollen für jüngere Menschen attraktiver werden und auf die gesellschaftlichen Entwicklungen reagieren", sagt Inge Schulz. Sie weiß: Viele Menschen, die sich auch im fortgeschrittenen Alter noch jung fühlen, identifizieren sich praktisch überhaupt nicht mit den Älteren der Gesellschaft - und das in vielen Fällen zurecht. Denn die Bürger bleiben heute länger fit als vor 40 Jahren.

Auf diese Entwicklung reagiert "SÄG 50 plus Korschenbroich" nicht nur mit einem neuen Namen, sondern auch mit einigen neuen Angeboten, mit denen sich der Verein gezielt an die Menschen richten will, die sich sportlich noch einiges zutrauen. "Wir bieten zum Beispiel längere Fahrradtouren an, bei denen die Teilnehmer bis zu 70 Kilometer zurücklegen. Außerdem stehen bei uns Städtetouren auf dem Programm, bei dem jeden Tag das Hotel gewechselt wird", berichtet Inge Schulz. Auch Skikurse in der Skihalle Neuss sind geplant.

Damit beweist der Verein, dass er sich mit seinen Angeboten nicht nur an die Menschen richtet, die sich nur begrenzt körperlich betätigen können. Eine weitere Maßnahme: Der Vorstand des Vereins soll sich verjüngen. 2017 will sich dann auch die 76-jährige Inge Schulz nicht mehr als Vorsitzende zur Wahl stellen. "Auch jüngere Leute sollen die Chance bekommen, den Verein mitzugestalten." Einst hatte Inge Schulz eine Mitgliederzahl von 1000 anvisiert, derzeit ist die Zahl eher rückläufig. "Wir haben aktuell rund 700 Mitglieder. In der Spitze waren es mal 895", berichtet sie, die sich mit Leidenschaft für ihren Verein engagiert, der immer noch zu den größten im Stadtgebiet zählt.

(cka)
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