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Korschenbroich
Traditionslokal "Dresen" bleibt erhalten

Korschenbroich: Traditionslokal "Dresen" bleibt erhalten
Er hat die Raderbroicher Gaststätte Dresen gekauft: der Architekt Fritz Otten (r.). Er stellt die Umbaupläne seinem Berufskollegen Martin Dielen vor. FOTO: Knappe
Korschenbroich. Die Gaststätte in Raderbroich hat einen neuen Besitzer. Nach 99 Jahren wird dort am 30. September geschlossen - allerdings nur für zwei Monate. Der neue Eigentümer, der Architekt Fritz Otten, baut um und sucht noch einen Pächter. Von Ruth Wiedner-Runo

Das Traditionsgasthaus "Zum alten Brauhaus" schließt zum 30. September - aber nicht für immer. Auch wenn sich der Betreiber in sechs Wochen aus dem Familienbetrieb aus persönlichen Gründen zurückzieht, geht es in Raderbroich gastronomisch weiter. Allerdings erst ab Dezember. Bis dahin soll aus dem mittlerweile leicht angestaubten Gasthof ein ansprechendes Landgasthaus werden. Der Korschenbroicher Architekt, der in direkter Nachbarschaft lebt und arbeitet, hat die Immobilie samt Grundstück gekauft. "Ich garantiere den Erhalt der Gaststätte", sagt Fritz Otten im Gespräch mit unserer Redaktion.

Mit großer Sorge beobachtet Otten die Veränderung in der lokalen Gastronomie. Immer mehr Gaststätten schließen. "Damit gehen wichtige Versammlungsstätten und Kommunikationspunkte für die Bürger vor Ort verloren", sagt er. Otten wollte nicht abwarten, bis in Raderbroich ein Bauträger "um die Ecke biegt, die Gastronomie platt macht" und das 5500 Quadratmeter große Grundstück mit "langweiligen Reihenhäusern" bebaut, wie er sagt. Bauen kann ich schließlich auch", stellt der Architekt gelassen fest. Doch genau dies war für dieses Grundstück nie seine Intention: "Ich habe das Grundstück gekauft, um eine Bebauung zugunsten des Treffpunktes für Bürger und nicht zuletzt für die Hubertus-Schützen zu verhindern," betont er.

Otten ist selbst aktiver Schütze, er weiß um die Bedeutung von Brauchtum und Vereinsleben. Für Raderbroich, Herrenshoff und Herzbroich ist die Gaststätte Dresen bislang die letzte und einzige Gaststätte. Diesen Mittelpunkt für Dorfleben und Schützenfest wird Otten erhalten. "Wir sind unendlich froh, dass diese Versammlungsstätte eine Zukunft hat", sagt Bruderschaftspräsident Karl-Heinz Hox. "Dresen ist Wachlokal für fast alle unsere Züge. Wir haben dort unseren Schießstand, halten dort unsere Mitgliederversammlungen ab und treffen uns dort auch regelmäßig zur Vorstandsrunde." Für den Chef der St.-Hubertus-Bruderschaft Herrenshoff ist sein alter Schulkamerad Fritz Otten "ein Glücksfall": "Wir können jetzt ganz entspannt vom 27. bis 30. August unserer Volks- und Heimatfest feiern."

Mit der Betriebsübergabe der Familie Dresen zum 30. September wird die Gaststätte zunächst für zwei Monate geschlossen. Fritz Otten, der noch einen geeigneten Pächter sucht, will den Gasthof zu einem Landgasthaus umwandeln. Er will nicht nur mit der Kegelbahn und dem Schießstand punkten: Die Küche soll mit gut bürgerlichem Angebot und saisonalen Höhepunkten neben den Ortsbewohnern auch Auswärtige und Radtouristen anziehen. Die Versammlungsräume werden schrittweise hergerichtet und die Zahl der Gästezimmer langfristig von fünf auf acht aufgestockt. Zunächst wird aber der Parkplatz am Eingang halbiert und in einen schmucken Biergarten verwandelt.

Quelle: NGZ
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