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Korschenbroich
Tüftler retten Technik vor der Tonne

Korschenbroich: Tüftler retten Technik vor der Tonne
Bruno Brau und Wolf Dietrich Hirsch nahmen im Juni am Repair-Café teil. Auch morgen werden wieder defekte Gegenstände instand gesetzt. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Seit drei Jahren gibt es in Kleinenbroich das Repair-Café. Der Zuspruch ist steigend. Immer mehr Besucher bringen defekte Haushaltsgeräte vorbei und lassen sie von Ehrenamtlern reparieren. Das geht auch morgen wieder. Von Christian Lingen

Manchmal gibt es Dinge, an denen hängt man einfach. Auch wenn sie schon alt sind. Und dann ist es besonders ärgerlich, wenn sie kaputt gehen. Es sind vor allem elektrische Geräte, die manchmal nur einen kleinen Defekt haben, der dann aber so große Auswirkungen hat, dass man zum Beispiel das Bügeleisen wegwerfen kann. Doch das muss nicht sein. Mit ein bisschen Geschick, ein bisschen Wissen und manchmal Experimentierfreude lassen sich alte und kaputte Dinge wieder herstellen und anschließend weiternutzen. Doch nicht jeder ist ein Meister im Reparieren. Genau deshalb gibt es in Kleinenbroich seit drei Jahren das Repair-Café. Dort kann jeder vorbeikommen, defekte Gegenstände mitbringen und sie kostenlos reparieren lassen. Lediglich Ersatzteile müssen bezahlt werden.

Der Erfolg, den das Repair-Café verbuchen kann, wird von Jahr zu Jahr größer. Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer steigt stetig und auch der Zuspruch an Besuchern nimmt stetig zu. Das liegt aber nicht etwa daran, dass es im Stadtgebiet vieles gibt, was einer Reparatur bedarf. Eine wichtige Rolle spielt auch die Atmosphäre im Repair-Café. Bei Kaffee und Kuchen kann es da schnell schon einmal gemütlich werden. So lohnt sich ein Besuch selbst dann, wenn gar nichts kaputt ist.

Mit dem Repair-Café, das die Initiative "41352 - Einfach besser leben" zusammen mit dem katholischen Forum organisiert, trifft man den Zeitgeist. Upcycling, also aus alten Dingen neue machen oder sie wieder reparieren, ist ein ganz großes Thema. Vor allem bei jungen Menschen. Doch von ihnen erhofft sich Gerhard Klein, der Initiator des Cafés, mehr Zuspruch. "Für Menschen in meinem Alter ist es noch eine Selbstverständlichkeit, Dinge auch selbst zu reparieren. Diesen Spaß und die Neugierde geben wir gerne weiter", sagt er. Er wünscht sich, dass auch junge Leute im Repair-Café mithelfen. Das kann manchmal sogar recht spannend sein. Denn nicht alles lässt sich einfach so mit einem Schraubenzieher öffnen. Deshalb ist auch nicht garantiert, dass eine Reparatur immer gelingt. Manchmal muss halt doch etwas weggeworfen werden.

Das Repair-Café versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe. Wer also passendes Werkzeug zuhause hat, der sollte es mitbringen. Unter fachkundiger Anleitung können die Besucher dann selbst Hand anlegen und ihre defekten Gegenstände reparieren. Damit der Erfolg fortgesetzt werden kann, suchen die Initiatoren weitere Mitstreiter. Das betrifft alle Bereiche. Sowohl Menschen mit Geschick im Reparieren als auch solche, die den Café-Bereich betreuen möchten, sind gefragt.

Entwickelt wurde das Konzept des Repair-Cafés aber nicht in Kleinenbroich. Das Café dort ist nur eines von vielen. Die Idee stammt aus den Niederlanden, nämlich aus Amsterdam. Die Stiftung "Stichting Repair Café Niederlande" sorgt dafür, dass sich die Idee weltweit verbreitet.

Quelle: NGZ
 
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