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Korschenbroich
Umweltschützer analysieren Wasserproben

Korschenbroich: Umweltschützer analysieren Wasserproben
Das VSR-Labormobil macht heute Vormittag in Kleinenbroich Station: Auf dem Kirmesplatz können Bürger von 9 bis 11 Uhr Wasserproben ihrer Hausbrunnen abgeben. Noch vor Ort wird die Wasserqualität von Harald Gülzow bestimmt. FOTO: VSR
Korschenbroich. Wer Grundwasser zum Gießen, Trinken, Planschen oder Duschen verwendet, der sollte die Qualität kennen. Ob und zu welchen Zwecken sich das Wasser eignet, wird Harald Gülzow mit dem Labormobil heute in Kleinenbroich bestimmen. Von Ruth Wiedner

Wasser ist für Harald Gülzow mehr als nur ein Durstlöscher. Der Diplom-Physiker befasst sich seit Jahrzehnten mit dem feuchten Element. Dabei ist ihm die Qualität besonders wichtig. Davon kann ihn auch sein eigener Geburtstag nicht abhalten. Gülzow, der heute 61 Jahre alt wird, sieht das ganz entspannt: "Gefeiert wird am Abend, jetzt haben erst einmal die Wasserproben Vorrang." Der Experte, der mit seinem Labormobil seit Jahren quer durch Deutschland reist, macht heute in Kleinenbroich auf dem Kirmesplatz an der Matthiasstraße Station.

Der VSR-Gewässerschutz - mit Sitz in Geldern - unterstützt Bürger, die das oberflächennahe Grundwasser aus dem Brunnen nutzen und das aus tieferen Schichten gewonnene Leitungswasser verwenden. "Doch leider ist das Grundwasser nicht immer frei von Nitraten, Pestiziden oder von Krankheitserregern", weiß Harald Gülzow. Und genau an dieser Stelle setzen die Gewässerschützer an. Von 9 bis 11 Uhr nehmen sie heute am Labormobil Wasserproben von Brunnenbesitzern entgegen. Die Grunduntersuchung auf den Nitrat-, Säure- und Salzgehalt wird gegen eine Kostenbeteiligung von zwölf Euro direkt vor Ort vorgenommen, so dass der Bürger schon gegen Ende der Aktion sein Ergebnis erfragen kann. "Ich rechne mit den ersten Auswertungen gegen 12 Uhr", sagt Gülzow. Brunnenbesitzer, die das Wasser auf weitere Parameter wie Eisen und Bakterien untersuchen lassen möchten, müssen sich etwas gedulden. "Das dauert einige Tage", erklärt der Physiker. "Die Ergebnisse werden dann auf dem Postweg verschickt." Für die große Untersuchung werden 39 Euro berechnet. Kassiert wird vor Ort. "Auf diese Weise entfällt ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand", beschreibt die VSR-Vorsitzende Susanne Bareiß-Gülzow die Verbandsarbeit.

Damit die Ergebnisse auch aussagefähig sind, rät der Experte, "für die Probeentnahme und den Transport Mineralwasserflaschen zu nutzen. Die Flaschen sollten zuvor mehrfach mit dem Brunnenwasser gespült werden." Für Susanne Bareiß-Gülzow steht fest: "Bürger, die Brunnenwasser nutzen, haben das gleiche Ziel wie der VSR-Gewässerschutz. Das Grundwasser soll möglichst unbelastet sein."

Harald Gülzow, der erstmals mit seinem Labormobil vor drei Jahren im Korschenbroicher Stadtgebiet Station gemacht hat, lässt sich heute überraschen. "Ich bin gespannt, wie und was sich zwischenzeitlich verändert hat", sagt er gegenüber unserer Redaktion. Damals hatte er 92 Wasserproben getestet. Das Ergebnis bezeichnete er nach allen Auswertungen als "erschreckend". Von den 92 analysierten Wasserproben lag ein Fünftel über dem zulässigen Nitratwert der Weltgesundheitsorganisation. Derartige Ergebnisse sind für den Umweltschützer nicht hinnehmbar. Die Begründung liefert er auch direkt hinterher: "Wenn der Nitratwert zu hoch ist, steigt auch automatisch das Krebsrisiko."

Quelle: NGZ
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