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Korschenbroich
Korschenbroich trauert um Pfarrer Alois Müller

Korschenbroich: Korschenbroich trauert um Pfarrer Alois Müller
Er starb am Sonntagabend: Andreas-Pfarrer Alois Müller. FOTO: Ilgner
Korschenbroich. Die Nachricht verbreitete sich gestern wie ein Lauffeuer in Korschenbroich: Pfarrer Alois Müller ist tot. Der engagierte Seelsorger, der bis zuletzt seinen Dienst am Altar versah, starb am Sonntag im Alter von 84 Jahren. Von Horst Thoren

Kaum ein anderer Pfarrer der Nachkriegszeit hat so sichtbare Spuren seines Wirkens hinterlassen wie Alois Müller. Er war der Baumeister der Pfarrgemeinde Sankt Andreas. Von ihm ging die Initiative zur Errichtung des Pfarrheims am Kirchplatz aus. Er machte aus dem schlichten Kirchenschiff, das nach dem Krieg mit einfachsten Mitteln auf den Trümmern entstanden war, wieder ein Schmuckstück und setzte dabei mit Fenstern, Decken- und Wandgestaltung besondere künstlerische Akzente.

Es wäre aber falsch, Alois Müller allein auf seine Bautätigkeit zu reduzieren. Sie war ein Ausdruck seiner Gestaltungskraft. Müller wollte dem Glauben auf vielfältige Art und Weise eine Heimat geben. Dafür nutzte er verschiedene Räume, aber auch Initiativen wie die Kirchenmusik und die Arbeit mit jungen Christen.

Für den Jungen vom Land, der aus der Eifel stammte und sich Schule und Studium hatte hart erarbeiten müssen, war die Aufgabe in der Kirche Berufung. Müller faszinierte der Gedanke, in einer großen Tradition zu stehen. Er wollte die Glaubenskraft, die er in sich spürte, weitergeben. Deshalb war ihm auch seine Tätigkeit im Religionsunterricht der Schulen und als Stadtjugendseelsorger in Gladbach wichtig. Als Müller in den 70er Jahren nach Korschenbroich kam, erlebte er eine Gemeinde im Umbruch, in der sich die dörflichen Strukturen durch starken Zuzug aufzulösen drohten. Der Pfarrer, der mit seinen offenen Worten auch schon mal aneckte, brachte sich in die Diskussionen ein, nutzte das starke vereinsgeprägte Miteinander für neue gemeinschaftsbildende Initiativen. Wie heimisch er in den langen Jahren in Korschenbroich geworden war, zeigte sich nach seiner Pensionierung. Müller blieb in Korschenbroich, baute die alte Kaplanei zum Alterswohnsitz um und unterstützte seine Nachfolger freundlich, ohne sich aufzudrängen. Besonders nah war Müller allen kirchlichen Vereinen und Bruderschaften. Die Schützen, die ihm zu Ehren besondere Geburtstage und Jubiläen begleiteten, sahen in ihm einen treuen Freund und seelsorgerischen Wegbegleiter. Sie haben ihm sogar verziehen, dass er es in den Jahrzehnten nie gelernt hatte, wie das Heimatfest "Unges Pengste" in Mundart richtig ausgesprochen wird.

Info Eine Gedenkvesper findet am 25. Mai, 18 Uhr, statt; der Beerdigungsgottesdienst folgt am Samstag, 27. Mai, 10 Uhr.

Quelle: NGZ
 
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