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Korschenbroich
Urgemütliche Lampefier mit plattdeutschen Texten

Korschenbroich: Urgemütliche Lampefier mit plattdeutschen Texten
Joachim Schroeder (r.), Vorsitzender der Heimatfreunde, mit dem Neusser Heinz Gilges. FOTO: Georg Salzburg
Korschenbroich. Heimatfreunde luden zu ihrer Traditionsveranstaltung in das Hinterzimmer der Gaststätte "Alt Glehn" ein.

Ein großer, liebevoll geschmückter Weihnachtsbaum, Teller mit Plätzchen auf Tischdecken mit Weihnachtsmotiven, die Raumtemperatur ein paar Grad zu hoch: Es war urgemütlich im Hinterzimmer der Gaststätte "Alt Glehn". Rund 100 Besucher, darunter Alt-Bürgermeister Heinz Josef Dick und der zweite stellvertretende Bürgermeister Heinz-Willi Türks, genossen eine Traditionsveranstaltung der Heimatfreunde Glehn, die Lampefier.

Joachim Schröder, Vorsitzender der Heimatfreunde Glehn, führte durch ein Programm, das erstmals um zwei Stunden auf 18 Uhr vorverlegt worden war: "Wir wollten es damit auch älteren Besuchern ermöglichen zu kommen", erklärte Schröder. Nicht alle Vorträge verströmten Lokalkolorit, aber das Gefühl von Nostalgie stellte sich schon wegen der Mundart ein.

Doch keine Regel ohne Ausnahmen: "Mein Vater hat mir immer gesagt, ich könne kein Platt kalle", erklärte Marion Böhm. Sie muss ihm geglaubt haben, denn sie trug eine Erzählung von Bertolt Brecht in Hochdeutsch vor, entführte die Zuhörer in die rauen Zeiten in Chicago im Jahre 1908, als bei verwässertem Whisky in einer Kneipe zunächst keine Weihnachtsstimmung aufkommen wollte. "Sollen wir mal versuchen zu singen?", fragte Joachim Schröder - er konnte vor allem auf die Männerstimmen von Cäcilia Steinforth-Rubbelrath bauen. Marianne Förster, stolze 86 Jahre alt, versprach "Anekdoten nicht aus dem alten, sondern aus dem uralten Glehn". Eine dieser Geschichten spielte sich im "Hüsken" ab, im Plumpsklo, das frisch mit Teeröl gestrichen worden war, was der Benutzerin jedoch zu spät aufgefallen war: "Ihr Hintern sah aus wie eine Todesanzeige."

"Hallo Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menzen sind". Diesen Spezialtext hatte Hans-Peter Menzen früher seinen Kindern untergejubelt. Bei der Lampefier las er unter anderem Texte des Neusser Heinz Gilges - und natürlich auch von Heinz Erhardt. Martina Heuser machte zum ersten Mal mit - im Duett mit Renate Erhart. Sie lasen aus der "Litanei" von Ludwig Soumagne: Einmal auf Hochdeutsch, dann auf Platt, so wie es Martina Heuser vor den Auftritten des Glehner Buretheaters praktiziert. Es war ein ebenso urgemütlicher wie kurzweiliger Abend - und es ging humorvoll zu: So trat der 65-jährige Norbert Fausten mit seiner Wallfahrtsgeschichte als "Nachwuchstalent" auf.

(barni)
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