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Korschenbroich
Urnen-Park für den Waldfriedhof

Korschenbroich. Noch ist alles Zukunftsmusik: Doch wenn Friedhofsgärtner Peter Fragen (46) entscheiden könnte, würde er auf dem Waldfriedhof zeitnah die erste gartenbetreute Urnengemeinschaftsgrabstätte im Stadtgebiet anlegen. Von Ruth Wiedner-Runo

Ziel seines Modells sind gepflegte Gemeinschaftsgrabestätten als Alternative zu anonymen oder pflegefreien Angeboten. Peter Fragen, der jetzt im Betriebsausschuss sein Konzept für Urnengräber vorstellte, ist überzeugt: "Der Friedhof wird optisch aufgewertet, die Stadtverwaltung hat weniger Pflegeaufwand, der Verstorbene hat einen Namen und die Trauer einen Ort."

Mit großem Interesse verfolgten die Mitglieder des Fachausschusses für die Städtischen Eigenbetriebe Stadtpflege und Abwasser Fragens Präsentation zur Urnengemeinschaftsanlage. Der 46-Jährige versteht sein Geschäftsmodell als Ergänzung zu den bereits von der Stadt angebotenen, pflegefreien Urnenstelen, Kolumbarien, Baumbestattungen und Rasengräbern. Fragen spricht von einer "hochwertigen Ergänzung", die er mit einem gestalteten Garten vergleicht.

Der angedachte Urnen-Park lässt sich mit einem Memoriam-Garten - also mit einem sogenannten Garten der Erinnerung - vergleichen. "Der Gärtner geht in Vorleistung und übernimmt auch die Investitionskosen für Wege und Bepflanzung", komplettierte Stadtpflege-Chef Thomas Kochs die Informationen. Dass für den möglichen Urnen-Park keine neuen Flächen erschlossen würden, verstehe sich laut Kochs von selbst. Um die vertraglichen Verhältnisse zu klären, stellte er weiter fest: "Nicht die Stadtpflege, sondern der Friedhofsgärtner ist Vertragspartner des Nutzungsberechtigten." Zunächst seien 36 Kammern für 60 Urnen angedacht.

Für Hans-Willi Türks (CDU) klang das Konzept schlüssig. Er sprach von einer "guten Ergänzung" zu den bisherigen Bestattungsformen. Die Friedhofsentwicklung habe sich in den zurückliegenden Jahren gravierend verändert. Türks warb dafür, zeitgemäße Angebote zu fördern, um die örtlichen Friedhöfe zukunftssicher zu machen. Er sah in dem Modell auch eine ansprechende Alternative zur Grabeskirche im benachbarten Mönchengladbach. Sein Vorschlag, dieses Konzept in den Fraktionen zu beraten, wurde vom Ausschuss befürwortet. Das "positive Voting" nahm Kochs zum Anlass, eine Beschlussvorlage für die nächste Sitzung anzukündigen. Beigeordneter Georg Onkelbach will parallel dazu eine Interessensbekundungsvergabe einleiten.

Quelle: NGZ
 
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