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Korschenbroich
VfB-SOS Korschenbroich besucht ein Kinderdorf in Südafrika

Korschenbroich. Vereinsvorsitzender Egon Schuh lernte sein Patenkind Marcelle im SOS-Kinderdorf Kapstadt kennen - und überreichte eine Spende. Von Rudolf Barnholt

Egon Schuh, Vorsitzender des Vereins VfB-SOS, war jetzt zum ersten Mal in Südafrika. Dort erlebte er ein Wechselbad der Gefühle: Die Schönheit der Landschaft steht im krassen Gegensatz zur Armut der Menschen. Im SOS-Kinderdorf in Kapstadt, das Nelson Mandela vor 20 Jahren eröffnet hatte, begegnete er zum ersten Mal den beiden Paten des Korschenbroicher Vereins: Marcelle (12) ist sein eigenes Patenkind, Nosizwe (14) verdankt ihren vergleichsweise geglückten Start ins Leben der Kleinenbroicher Firma Autoteile Post.

Der Korschenbroicher Verein VfB-SOS hatte bereits vor vielen Jahren vier Kinder in einem Kinderdorf in Port Elizabeth, rund 400 Kilometer von Kapstadt entfernt, unterstützt. Zu einem persönlichen Kontakt war es aber nie gekommen.

In Kapstadt nahm Egon Schuh jetzt "sein" Patenkind Marcelle in den Arm. Sein Eindruck von dem Jungen war durchweg positiv: "Seine SOS-Mutter Bussi beschreibt ihn als lieb, fleißig und sehr rührig. In der Schule kommt er gut mi,t und in zwei Jahren möchte er auf die High-School wechseln." Der Junge spielt gern Rugby. Und er freute sich riesig, als ihn sein Pate jetzt besuchte. Nosizwe lernte der 69-Jährige als lebhaftes, freundliches Mädchen kennen, das mit seinen vier Geschwistern seit 2005 in dem SOS-Kinderdorf lebt. "Sie ist dort sehr beliebt und ist eine sehr gute Schülerin", hat sich Egon Schuh sagen lassen. Sowohl ihrer Kinderdorfmutter Claudia als auch Marcelles Kinderdorfmutter Bussi hinterließ der Gast aus Korschenbroich 100 Euro - genug Geld, um mit der gesamten Gruppe einen tollen Tag zu gestalten. Im Gepäck hatte Schuh außerdem eine Spende für das Kinderdorf in Höhe von 2.500 Euro.

Kinder, die lachen, gut ernährt sind - aus deutscher Sicht mag das wenig spektakulär sein. In einem Land wie Südafrika ist das jedoch alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Was Egon Schuh so gar nicht bewusst war: "In keinem Land sind so viele Menschen HIV-infiziert - die meisten Kinder in den acht südafrikanischen SOS-Kinderdörfern sind Aids-Waisen, die aber nicht selbst infiziert sind." 26 Prozent der Bevölkerung lebt unter der international ausgewiesenen Armutsgrenze von 1,25 Dollar pro Tag. Die Kindersterblichkeit ist hoch, 25 Prozent der Grundschüler brechen den Schulbesuch vor Ende der vierten Klasse ab. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie wertvoll die SOS-Kinderdörfer sind - acht im ganzen Land sind jedoch nicht mehr als der sprichwörtliche "Tropfen auf den heißen Stein". Egon Schuh setzte bei seiner Fahrt auch auf die Gefängnisinsel Robben Island über, wo Nelson Mandela 18 Jahre lang inhaftiert war.

Quelle: NGZ
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