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Korschenbroich
Vier weitere Standorte auf der Notfallliste

Korschenbroich. Derzeit leben 592 Flüchtlinge in Korschenbroich. Sie sind auf Notunterkünfte und drei Hallen im Stadtgebiet verteilt. Bei der Bürgerinformation wurde den vielen ehrenamtlichen Helfern gedankt. Von Ruth Wiedner

Jede Woche werden der Stadt Korschenbroich neue Flüchtlinge von der Bezirksregierung Arnsberg zugewiesen. Mit einem Vorlauf von zwei bis maximal drei Tagen müssen die Verantwortlichen im Rathaus kurzfristig für eine Unterkunft sorgen. Erst am Mittwoch kamen wieder elf Kriegsflüchtlinge. Damit hat sich die Zahl der im Stadtgebiet lebenden Asylbewerber auf 592 erhöht. Um die Korschenbroicher umfassend zu informieren, für ihre Besonnenheit zu danken und für ihre Unterstützung zu werben, hatte die Verwaltung erneut zu einem Infoabend geladen. Dieses Mal hatten Bürgermeister Venten und der Flüchtlingsbeauftragte Thomas Dückers den Sandbauernhof als Tagungsstätte ausgesucht. Mehr als 90 Bürger aus Liedberg, Steinhausen, Drölsholz und Steinforth-Rubbelrath waren gekommen, um sich über den aktuellen Sachstand informieren zu lassen.

Ihr Fragenkatalog war lang. Allen voran berichtete Petra Köhnen von den Erstkontakten, geprägt von Herzlichkeit und Dankbarkeit. Die stellvertretende Sozialamtsleiterin kennt seit Monaten keinen geregelten Feierabend mehr. Darüber verliert sie kein Wort. Viel mehr freut es sie, dass die Menschen, die in Korschenbroich angekommen sind, endlich ein Stück Frieden erfahren. Unterstützt wird das Mitarbeiterteam der Stadt von vielen Ehrenamtlern, die sich für die neuen Nachbarn einsetzen. Und so scharten sich auch am Mittwochabend nach der eineinhalbstündigen Info-Veranstaltung zwölf Besucher um Petra Köhnen. Sie alle boten spontan ihre Unterstützung an, um vor ihrer Haustüre zu helfen - ob beim Sprachunterricht, bei Verwaltungsgängen oder bei Arztbesuchen. Neu in der Ehrenamtsriege ist auch Heinz Josef Dick. Der Alt-Bürgermeister hatte bereits am Vormittag in der Schule Steinforth seinen ersten Deutschunterricht gegeben.

Mit der Gymnastikhalle Steinforth hat die Stadt nun die vierte Notunterkunft für Flüchtlinge hergerichtet. Dort leben jetzt zwölf Personen - drei Familien und zwei Einzelpersonen. Um auf der sicheren Seite zu sein, wurde diese von der Politik im Mai verabschiedete Notfallliste nun mit der Kegelbahn Korschenbroich, der Mehrzweckhalle Kleinenbroich, den Bürgerhäusern in Glehn und in Kleinenbroich um vier neue Positionen ergänzt. "Wir müssen vermeiden, die Menschen in Zelten unterzubringen", betonte Marc Venten, der auch geplante Wohncontainer und Sozialbauten ansprach. Klaudia Hofmann regte an, auch in Liedberg ein "Café international" als Begegnungsstätte einzurichten. Die ehrenamtliche Flüchtlingshelferin warb um Verständnis und um noch mehr Geduld: "Die Menschen haben eine Odyssee hinter sich, das dürfen wir alle nicht vergessen."

Quelle: NGZ
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