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Korschenbroich
Vom sicheren Bürojob in die Selbstständigkeit

Korschenbroich: Vom sicheren Bürojob in die Selbstständigkeit
Mit ihren Trainingsgeräten fährt Nicole Kukielski zu Kunden rund um Korschenbroich - mal geht es in den Garten, mal wird auch im Büro trainiert. FOTO: ilgner
Korschenbroich. Nicole Kukielksi entschied sich mit 42, ihren Büro-Job aufzugeben und Personal Trainerin zu werden. Die Geschichte einer mutigen Frau. Von Tim Specks

Je näher der Feierabend rückte, desto nervöser wurde Nicole Kukielski. Montags bis freitags. Jahrelang. "Wenn andere noch am Computer Tabellen ausgefüllt haben, konnte ich es kaum erwarten, an die frische Luft zu kommen, und Sport zu treiben", sagt sie. Rund 15 Jahre lang war die gelernte Industriekauffrau bei internationalen Konzernen angestellt, arbeitete unter anderem als Management-Assistentin. "Ich habe viel Zeit im Büro verbracht" erinnert sich die 47-Jährige. Sie machte das, was andere als "handfeste Arbeit" bezeichnen - ihre Erfüllung aber war die Arbeit am Schreibtisch nie.

Schon als Kind treibt Kukielski viel Sport, lernt mit vier Jahren Skifahren, spielt in ihrer Jugend Tennis und geht später Reiten. Für drei Jahre unterbricht sie ihre Karriere als Bürokraft sogar, um als Skilehrerin zu arbeiten. "Unterschwellig habe ich immer gespürt, dass ich etwas im Bereich Sport machen will. Ich habe mich nur lange nicht getraut", erinnert sie sich. Ende 2011 aber ist es so weit: Als ihr Arbeitgeber von Meerbusch nach Frankfurt umzieht, verlässt Kukielski den Konzern - und wagt einen der größten Schritte ihres Lebens: Sie entscheidet sich dazu, sich als Personal Trainerin selbstständig zu machen.

"Am Anfang hatte ich natürlich etwas Angst, aus der Sicherheit des Bürojobs auszubrechen", sagt sie. Deutschlandweit gibt es rund 900 Personal Trainer, wer sich in diesem Feld behaupten will, braucht einen guten Plan. "Viele scheitern nach ein paar Jahren", weiß auch Nicole Kukielski.

Die gebürtige Kaldenkirchenerin aber schafft den Durchbruch. Von Beginn an setzt sie auf ein professionelles Arbeitsumfeld, lässt Flyer drucken und baut eine seriöse Internet-Seite auf. Schon vorher hatte sie sich abends und am Wochenende im Sport- und Gesundheitswesen ausbilden lassen. In Fortbildungen eignet sie sich ein breites Wissen in Sportwissenschaften, Ernährungsfragen und mentalem Training an. "Ich wollte meinen Kunden eine ganzheitliche Beratung anbieten. Diese drei Bereiche gehören untrennbar zusammen", sagt Kukielski.

Vor wenigen Wochen nun hat Kukielski es in einen erlauchten Kreis von Trainern geschafft. Der "Premium Personal Trainer Club" mit Sitz im Raum Köln hat sie als Mitglied aufgenommen - als eine von rund 90 zertifizierten Kräften. "Ich musste an einer fiktiven Kundin mein Programm vorstellen und meine Buchhaltung vorlegen", erinnert sich Kukielski. Das tut sie mit Erfolg: Die Berufsbezeichnung "Personal Trainer" sei zwar kein geschützter Begriff - mit der Aufnahme in den Club aber könne sie sich nun "Premium Personal Trainerin" nennen.

Rund fünf Jahre nach dem mutigen Schritt sitzt Kukielski nun nicht mehr im Büro, sondern trainiert mit ihren Kunden - mal im Wald, mal sogar in deren Büro. "Ich verdiene heute vielleicht weniger, aber ich bin viel zufriedener", sagt sie. Und: "Das war die beste Entscheidung meines Lebens."

Quelle: NGZ
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