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Korschenbroich
Was passiert, wenn der Alarm schrillt

Korschenbroich: Was passiert, wenn der Alarm schrillt
FOTO: pixabay
Korschenbroich. Bei Einsätzen der Feuerwehr heulen in Korschenbroich die Sirenen. Viele Bürger wissen aber nicht, was die Signale bedeuten und rufen deshalb in der Leitstelle an. Rund 40 Anlagen verschiedener Bauart sind im Stadtgebiet verteilt. Von Christian Lingen

Jeden Samstagmittag heulen in Korschenbroich die Sirenen. Dann übt die Feuerwehr den Ernstfall und testet, ob alle Anlagen richtig funktionieren. Für die Korschenbroicher Bürger kommen sie Signale daher nicht unerwartet. Heulen die Sirenen aber zu einem anderen Zeitpunkt, dann ist wirklich etwas passiert. "Wir haben immer mal wieder Anrufe von besorgten Bürgern, die dann fragen, was passiert ist", sagt Feuerwehrchef Frank Baum. Erklären muss er den Grund vor allem deshalb, weil nicht jeder die Signaltöne der Feuerwehrsirenen kennt. Dabei sind sie im Grunde ganz einfach. Ein einminütiger Dauerton mit zwei Unterbrechungen bedeutet Feueralarm. Ist ein an- und abschwellender Heulton über eine Minute zu hören, bedeutet das Gefahr. Damit warnt die Feuerwehr die Bevölkerung. Ein einminütiger Dauerton gibt Entwarnung.

"Die Signale sind in allen Städten gleich, um die Bevölkerung optimal warnen und schützen zu können", sagt Frank Baum. Da es in Korschenbroich keine Berufsfeuerwehr gibt, ist es wichtig, dass die Feuerwehrleute schnell informiert werden und zur Wache eilen, um auszurücken. Ist das Signal für Feueralarm zu hören, wissen die Brandbekämpfer, dass etwas passiert ist. Das muss dann aber nicht unbedingt immer ein Feuer sein. Das Signal kommt jedes Mal zum Einsatz, wenn die Feuerwehr ausrücken muss. "Im Stadtgebiet verteilt stehen 40 Sirenen", erklärt Frank Baum. Die Technik der Anlagen ist dabei aber nicht einheitlich. Es gibt sowohl alte Sirenen, die aussehen wie ein umgedrehter Teller, als auch neuartige Sirenen, an denen große Lautsprecher hängen.

"Viele Städte schaffen gerade wieder Sirenen an. In Korschenbroich haben wir das Glück, dass wir die alten in der 90er Jahren nicht abgeschafft haben, wie andere Kommunen es taten. Deshalb brauchen wir jetzt keine neuen anzuschaffen. Nach und nach tauschen wir aber die alten gegen die neuen aus", sagt Baum. Das hat vor allem einen Grund. "Über die Lautsprecher an den Sirenenanlagen können wir von der Leitstelle aus Durchsagen an die Bevölkerung machen", erklärt der Feuerwehrchef. In Korschenbroich und Liedberg gebe es bereits solche modernen Anlagen. Werden alte gegen neue ausgetauscht, gibt es dafür Fördermittel vom Land. Wichtig sind Anlagen mit Lautsprechern vor allem bei sogenannten Großschadenslagen oder Unwettern. "Auch in Zeiten digitaler Medien hat sich die Sirenentechnik bewährt", sagt Frank Baum. Die Signale sind schließlich überall im Stadtgebiet zu hören.

Dennoch rät der Feuerwehrchef, sich die Notfall-Informations- und Nachrichten-App NINA auf das Smartphone zu laden. Sie ist kostenlos und für die Betriebssysteme iOS (ab Version 8.0) und Android (ab Version 4) über iTunes, den App-Store und den Google Play Store zu haben. "Wir können die App von der Kreisleitstelle aus mit Warnungen für die Bevölkerung bedienen", sagt Frank Baum. Über die App sind zudem amtliche Warnungen des Deutschen Wetterdienstes und Hochwasserinformationen des Landes zu empfangen. Wer kein Smartphone hat oder die App nicht nutzen möchte, ist daher auf die Sirenen angewiesen.

Bei einer Warnung im Falle eines großen Ereignisses wie einem Chemieunfall, einem Großbrand oder anderen flächendeckenden Bedrohungslagen, also wenn ein einminütiger an- und abschwellender Ton zu hören ist, sollten Bürger ein Gebäude aufsuchen, Türen und Fenster schließen, das Radio oder den Fernseher einschalten, Nachbarn informieren und sich im Zweifel bei der Feuerwehr erkundigen.

Quelle: NGZ
 
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