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Korschenbroich
Wenn Fotografie keine Grenzen kennt

Korschenbroich: Wenn Fotografie keine Grenzen kennt
Olaf Hennig (links) und Werner Pieloth beschäftigen sich intensiv mit den jeweiligen Fotomotiven. FOTO: Detlef Ilgner
Korschenbroich. Im "Fotoclub 69" herrscht das, was anderswo mittlerweile verpönt ist: das Leistungsprinzip. Die Ausstellung im Liedberger Sandbauernhof machte das wieder deutlich. Mehr als 400 Besucher waren gekommen, um die Werke der Hobby-Fotografen zu sehen. Von Rudolf Barnholt

Clubchef Winfried Seppelt war begeistert von der starken Resonanz. Gezeigt wurden Fotografien, die vom Plenum als besonders gelungen bewertet wurden. Und je mehr hervorragende Bilder ein Mitglied gemacht hatte, desto mehr durfte es ausstellen.

"Ein bestimmtes Thema für die Ausstellung war nicht vorgegeben worden", sagt Clubleiter Winfried Seppelt. Der 69-Jährige hatte Vögel in Szene gesetzt wie den Alpenstrandläufer, der ihm auf Texel besonders aufgefallen war. Seine Herausforderung: "Ich wollte, dass auf jeden Fall das Gefieder mit den feinen Schattierungen sichtbar bleibt." Später, bei der Bearbeitung am Computer, sei es darum gegangen, auf eine übertriebene Schärfung zu verzichten. "Das Gefieder könnte so schnell leicht scherenschnittartig wirken."

Manfred Bremer gehört zu den Spitzen-Leuten des "Fotoclub 69". Der 68 Jahre alte pensionierte Telekom-Beamte hat keine Lieblingsmotive. Sein Credo ist die Konzentration auf das Wesentliche. Außerdem arbeitet er gerne mit langen Belichtungszeiten. So kommt es, dass seine Brücken frei von Autoverkehr sind. Wolfgang Holzenbecher ist ebenfalls ein Leistungsträger im Verein und feiert in zwei Jahren sein 50-jähriges Jubiläum. Er ist bekannt für seine Vogel- und Insektenfotos, die voller Finessen sind.

Norbert Frank ist 79 Jahre alt. Ans Aufhören denkt er nicht. Der Senior hat sich erst unlängst eine neue Kameraausrüstung zugelegt. Ihn begeistern Details wie das Filigrane der laubfreien Bäume in der kalten Jahreszeit. Georgi Ekimov (49) hat unter anderem die Ruinen einer mehr als 1000 Jahre alten Kirche in Bulgarien fotografiert. Dazu war er früh aufgestanden, um den Moment kurz vor Sonnenaufgang zu erwischen, bei dem das noch schwache Tageslicht und die künstliche Nachtbeleuchtung aufeinandertreffen - eine Kombination, die eine spezifische Atmosphäre zaubert. Der Mensch als Motiv kommt in der Ausstellung selten vor. Erwin Suhre hatte sich an eine schwierige Aufgabe gewagt und diese Herausforderung mit Bravour gemeistert: Trotz der schwierigen Lichtverhältnisse in einem irischen Pub, kommen die Gäste ebenso gut zur Geltung wie das Ambiente. Was auffiel: Viele der 21 Mitglieder hatten die völlige Freiheit bei der Auswahl der Motive genutzt.

Quelle: NGZ
 
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