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Korschenbroich
Wieder Gottesdienste in Schlosskapelle

Korschenbroich: Wieder Gottesdienste in Schlosskapelle
Ab sofort sind wieder katholische Hochzeiten, Taufen und Wortgottesdienste in der Schlosskapelle möglich: Vor Ort trugen (v.l.) Magdalena Herling, Pfarrer Marc Zimmermann, Josef Korn und Simone Schmitt erste Ideen zusammen. FOTO: D. Ilgner
Korschenbroich. Die Statik der Kapelle war nicht mehr gewährleistet, sie blieb für zwölf Monate verschlossen. Das Denkmal ist nun stabilisiert, und die Stadt hat das Nutzungsverbot aufgehoben. Die Kirche plant jetzt wieder mit dem kleinen Gotteshaus. Von Ruth Wiedner-Runo

Für Pfarrer Marc Zimmermann - von Hause aus auch Architekt - ist es eine große Freude: "Die Schlosskapelle ist außer Gefahr. Wir können sie jetzt wieder nutzen." Erst in dieser Woche traf sich der Kirchenvorstand von St. Georg unter der Leitung des GdG-Pfarrers, um das leidige Statik-Thema endlich abhaken zu können. Die Kirche war instabil, da zwei Zuganker fehlten, die das alte Gewölbe des 1707 erbauten Gotteshauses zusammenhalten sollten. "Sie waren wohl irrtümlich bei Arbeiten in den 1980er Jahren entfernt worden", wusste Zimmermann jetzt bei einer Kapellen-Begehung zu berichten.

Die lange Schließung des kleinen Gotteshauses, das oberhalb des historischen Ortskerns zwischen Schloss und Mühlenturm thront, begründet die stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Magdalena Herling unter anderem mit den verschiedenen Zuständigkeiten. Und so musste Rolf Korn, Finanzverwalter der Kirchengemeinde St. Georg Liedberg, zunächst nach dem Nutzungsverbot durch die Stadt Korschenbroich die Genehmigung des Bistums Aachen für die erforderlichen Bauarbeiten einholen.

Da die Schlosskapelle aus dem sogenannten KIM-Konzept des Bistums gestrichen ist, gibt es für Unterhalt und Sanierung der Kapelle auch keine finanziellen Zuschüsse aus Aachen. Die Kosten von 12.000 Euro muss die Kirchengemeinde also selbst tragen. Zudem mussten alle einzelnen Arbeitsschritte mit der Stadt als Untere Denkmalbehörde abgesprochen werden. Stadtplaner und Amtsleiter Dieter Hoffmans, der aus Sicherheitsgründen im Sommer 2015 eine Nutzungsuntersagung aussprach, zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden. Auf Anfrage erklärte Hoffmans: "Im Dezember 2015 wurde der Einbau von zwei neuen Zugankern denkmalrechtlich genehmigt. Der Einbau erfolgte dann im Frühjahr, so dass nun die Kapelle nach Aufhebung der Nutzungsuntersagung und der Bestätigung der fachgerechten Arbeiten wieder genutzt werden kann."

Bereits zum Jubiläum der Pfarrkirche wurde in der Kapelle ein Kindergottesdienst gefeiert. "Künftig wird sie wieder häufiger geöffnet", gibt sich Zimmermann optimistisch. Allerdings weiß der Pfarrer auch, dass regelmäßige Messen in der Schlosskapelle nicht geplant werden können. Der bröckelnde Putz, die fehlende Heizung und das überschaubare Seelsorger-Team sind dafür aber nicht entscheidend. "Es fehlt in der Kapelle einfach die für Messfeiern erforderliche Ausstattung." Dafür sind aber Wortgottesdienste, katholische Taufen und Trauungen, Schulgottesdienste und Andachten zu Ehejubiläen fest eingeplant. Adventliche Lesungen und Konzerte im Rahmen des Weihnachtsmarktes sind für Marc Zimmermann ebenso denkbar wie Kunstausstellungen und regelmäßige Führungen. Die Koordination erfolgt über das zentrale Pfarramt der GdG Korschenbroich. Die Idee, die Kapelle einmal im Monat für eine Führung zu öffnen, wird aktuell im Kirchenvorstand vorbereitet.

Quelle: NGZ
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