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Korschenbroich
Wo Paradies und Armut aufeinandertreffen

Korschenbroich. VfB-SOS-Chef Egon Schuh besuchte erstmalig Kinderdörfer in Costa Rica, Panama und Jamaika. Von Rudolf Barnholt

Egon Schuh, den Vorsitzenden des VfB- SOS, zog es jetzt in die Karibik. Er erfüllte sich damit einen Traum, besichtigte unter anderem den Panama-Kanal, schlenderte durch Montego Bay und ließ sich von Jamaika begeistern und auf dem Aida-Kreuzfahrtschiff verwöhnen. Die Reise bezahlte er natürlich selber. Trotzdem war er auch als VfB-SOS-Vorsitzender unterwegs, besuchte zum ersten Mal drei Kinderdörfer in Costa Rica, Panama und Jamaika. Dort lernte er acht Patenkinder kennen - und er kam wie immer nicht mit leeren Händen.

Der Verein ist voll auf Kurs. Er hat aktuell 406 Patenschaften vermittelt, am 31. Dezember 2016 waren es genau 400. Zehn bis zwölf Stunden Sonne am Tag, dazu ein schwülwarmes Klima - eigentlich sind das ideale Voraussetzungen fürs süße Nichtstun. Aber Egon Schuh war wie gewohnt umtriebig, hatte sich gut auf die Reise vorbereitet: "Für jedes Kind hatte ich 50 Euro dabei, jedes Kinderdorf bekam 1000 Euro, die zuständige Betreuerin der acht Kinder freute sich über umgerechnet rund 100 Euro. Geld, um mit der gesamten Gruppe etwas zu unternehmen, was sonst finanziell nicht möglich gewesen wäre", erzählt er.

Auf dem Schiff der Aida-Kreuzfahrtflotte herrschte Überfluss: "Da gab es fünf Speisesäle, die jeden Tag an eine Hochzeitstafel erinnerten, einer der Säle war rund um die Uhr geöffnet", erzählt Schuh. Draußen dann das genaue Gegenteil: bittere Armut. In den Kinderdörfern wurden Lebensmittel wie Preziosen weggeschlossen, um Lebensmitteldieben einen Strich durch die Rechnung zu machen. Ein Wachdienst ist 24 Stunden auf Posten.

In Panama lernte Egon Schuh Carlos kennen, der im Juni zehn Jahre alt wird. Er ist das Patenkind der St.-Katharina-Junggesellen-Bruderschaft. Der Junge war von dem Besuch aus Korschenbroich informiert worden, die Vorfreude war groß. Er ist ein guter Schüler und ein begeisterter Baseballspieler, träumt von einer Karriere als Sportler. "Carlos war zunächst sehr schüchtern", erzählt Schuh. Der Junge lebt seit 2015 in dem Kinderdorf Colon am Panama-Kanal. Der Grund für die Betreuung außerhalb der Familie sei nicht bekannt, vermutlich aber in der Armut seiner Familie begründet. Die Schere zwischen Arm und Reich sei in den drei jetzt bereisten Ländern extrem hoch.

In Costa Rica traf Schuh unter anderem auf Shirlen - sie ist das Patenkind von Christel Steigels aus Korscenbroich. Das Mädchen sei sehr aufgeschlossen gewesen und habe von seinen guten schulischen Leistungen berichtet. Sie wolle in zwei Jahren ans College wechseln. Die zehnjährige Susana, eine Patin von Autoteile Post in Korschenbroich, habe eine ungewöhnliche Freundlichkeit ausgestrahlt. "Man muss sie einfach gernhaben", schwärmt Schuh. Er stellt jetzt Informationen über die acht besuchten Kinder für alle Paten mit den entsprechenden Fotos zusammen. "Es ist ein großes Geschenk, so einzigartige emotionale Stunden erlebt zu haben", sagt Schuh, der auch die Karibikinsel Tortola/Kaiman-Inseln besuchte und sagt: "Menschen mit sozialem Engagement sind dort selten."

Quelle: NGZ
 
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