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Korschenbroich
"Zeitgespräche": Kriterien für das Glück

Korschenbroich: "Zeitgespräche": Kriterien für das Glück
Dorothee Krings mit dem stellvertretenden Landrat Hans-Ulrich Klose, der sich ebenfalls am Austausch beteiligte. FOTO: Ilg
Korschenbroich. Journalistin Dorothee Krings gibt Antworten auf die Frage, was der Mensch im Leben braucht.

Es dürfte zwei Gründe dafür gegeben haben, dass die "Zeitgespräche"-Veranstaltung in der evangelischen Kirchengemeinde mit über 70 Zuhörern so gut besucht war wie schon lange nicht mehr: Da war zum einen das Thema "Was braucht der Mensch wirklich zum Leben?". Etliche Besucher dürften aber vor allem wegen der Referentin gekommen sein: Sie kennen und schätzen Dorothee Krings, Redakteurin unserer Zeitung, wegen ihrer Kolumnen zu aktuellen Themen.

Glück stellt sich für die 43-Jährige vor allem in Begegnungen ein. "Ich habe deshalb nicht lange gezögert und bin geplättet, wie viele Leute hier sind", sagte die gebürtige Mönchengladbacherin. Und erklärte: "Obwohl das Glücksempfinden subjektiv ist, gibt es objektive Kriterien." Glück habe mit Anerkennung zu tun, es verlange Achtsamkeit und sei kein Geschenk. Glück und Bequemlichkeit passten schlecht zusammen.

Wichtig sei, dass man etwas mit Leidenschaft mache: "Dabei ist es egal, ob jemand im Kirchenchor singt oder mit dem Fallschirm springt", erklärte die Referentin. Was sie als besonders wichtig hervorhob: "Mit Achtsamkeit meine ich, dass man glückliche Momente nicht verpassen darf, wir müssen offen sein für unser Glück, es zulassen." Gut sei es, wenn man kindliche Vorfreude ins Erwachsenenleben hinüberretten könne. Klar, auch alleine sind glückliche Momente möglich. "In der Begegnung erlebt man aber eher Glück als im stillen Kämmerlein", so Krings.

"Es kommt viel auf die richtige Lebenseinstellung an", lautete der Einwurf eines Zuhörers. - "Glück bedeutet aber auch, Vieles nicht zu tun", erklärte Krings weiter. Man kann zum Beispiel für sich entscheiden, dass man bestimmte Produkte nicht braucht, obwohl die Werbung uns vom Gegenteil überzeugen will. "Für die Konsumgesellschaft ist man ziemlich unbrauchbar, wenn man sich die Freiheit nimmt, das zu machen, was man will", so Krings. "Glück bedeutet auch und vor allem, mit sich selbst im Reinen zu sein", sagte ein Besucher. "Und mit sich selber gnädiger sein", fügte die Referentin hinzu. "Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der christliche Glaube", fragte Pfarrer Peter Grotepaß. "Der christliche Glaube ist mein Wertefundament, daraus schöpfe ich", antwortete Krings. Eine andere Frage: Ist man für das Glück anderer mit verantwortlich? Für die Referentin steht fest: "Es ist eine Riesenbereicherung, etwas für andere zu tun."

(barni)
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