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Korschenbroich
Zum Ortsjubiläum: Doppeldorf lüftet Geheimnis um Wappen

Korschenbroich. Jahrzehnte lang haben Historiker Antworten auf eine Frage gesucht: Warum ist auf dem Wappen von Steinforth-Rubbelrath ein roter Schwan mit schwarzen Füßen abgebildet? Bürgermeister Marc Venten ging jetzt gewissermaßen auf Spurensuche: Er lüftete beim Festkommers zur 850-Jahr-Feier mit einem Augenzwinkern das Geheimnis - und hielt darüber eine Rede, die so unterhaltsam war, dass sie den Bewohnern des 680-Seelen-Stadtteils noch lange in Erinnerung bleiben dürfte.

Mit einigen anderen Vertretern aus Kirche und Politik wie etwa dem Chef des Bundesinnenausschusses Ansgar Heveling, gratulierte Venten den Bürgern, die ihr Schützenfest mit dem seltenen Ortsjubiläum verbinden. Die 650 Gäste im Zelt waren auch ganz Ohr, als es um ihr Wappen ging. "Unter Berücksichtigung der Wahlergebnisse in Steinforth-Rubbelrath müsste es sich im Verhältnis der Farben zueinander wohl eher um einen rotfüßigen Schwarzschwan handeln", meinte Venten. "Diese Deutung scheidet also aus." Was viele nicht wissen: Der frühere Präsident des 1. FC Köln, Peter Weiand, wurde im Doppeldorf geboren. "Der Stall von Jünter ist jedoch eindeutig näher als der von Hennes. Außerdem stimmen auch hier die Farben nicht", betonte der Rathaus-Chef mit Blick auf die Maskottchen von Borussia und FC. Was viel näher liegt: Das Wappen ist nachweislich älter als das Reinheitsgebot. Das gibt es seit 500 Jahren und schreibt vor, dass nur vier Zutaten zum Brauen von Bier verwendet werden dürfen, damit sich der Konsum nicht negativ auf die Gesundheit auswirkt. Venten ist sich sicher: "Der Wappenstifter beschreibt seinen körperlichen Zustand nach einer durchzechten Nacht mit unreinem Bier." Durch hohen Blutdruck und "schweet Fööt" könnte also symbolisch der knallrote Schwan mit schwarzen Füßen entstanden sein. Für die nicht ganz ernst gemeinten Worte erntete Venten gewaltigen Applaus.

"Die Stimmung beim Kommers war super. Wir sind sehr zufrieden", sagt Willi Keßel. Der Präsident der St.-Sebastianus-Bruderschaft hatte den Kommers mit organisiert. Landrat Petrauschke lobte den Zusammenhalt der Bürger, die mit Blick auf die Glasfaser-Anschlüsse ihrer Zeit voraus seien und rechnete vor: "Im Doppeldorf marschiert etwa ein Drittel der Bewohner beim Schützenfest mit. Prozentual gesehen sind hier damit mehr Schützen am Fest beteiligt als in Neuss."

Zu den Höhepunkten des Abends zählte auch die Solo-Einlage des Xylophon-Spielers Moritz Wilsch (17). Er schaffte es, die volle Aufmerksamkeit aller auf sich zu ziehen. Er spielte "Erinnerungen an Zirkus Renz". Überhaupt kamen die festlichen Stücke der Musikkapelle Kleinenbroich gut beim Publikum an.

(cka)
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