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Krefeld
0,64 Lehrstellen pro Bewerber

Krefeld: 0,64 Lehrstellen pro Bewerber
Klaus Koralewski, Peter Stockmanns, Jürgen Steinmetz und Dirk Strangfeld (von links) stellten die neuen Zahlen für den Ausbildungs- und den Arbeitsmarkt vor. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Gestern stellten Vertreter von Handwerk, Industrie- und Handelskammer sowie Agentur für Arbeit die Situation auf dem Ausbildungsmarkt in der Stadt Krefeld vor und lieferten die aktuellen Zahlen. Von Norbert Stirken

Peter Stockmanns feiert mit seiner Firma für Sanitär, Heizung und Klima im Januar des kommenden Jahres sein 50-jähriges Bestehen. Als ehemaliger Vorsitzender der Innung, Geschäftsführer seines Betriebs und früherer Vorsitzender der Turnerschaft St. Tönis hat er in seinem beruflichen Alltag und in der Freizeit stets mit jungen Menschen zu tun gehabt. Auch aktuell bildet er wieder fünf Jugendliche zu Anlagenmechanikern aus und nimmt darüber hinaus regelmäßig Praktikanten auf. "Die Anforderungen an den Beruf sind in der jüngeren Vergangenheit sehr gewachsen. Fotovoltaik, Solartechnik und Geothermie sind eine Herausforderung", sagte der 76-Jährige gestern bei der Vorstellung der aktuellen Zahlen auf dem Ausbildungs- und dem Arbeitsmarkt.

Klaus Koralewski von der Kreishandwerkerschaft berichtete, dass die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vergleich zum Vorjahr generell eher konstant geblieben, für die Stadt Krefeld und den Kreis Viersen aber um 4,8 Prozent zurückgegangen ist.

Besser ist das Ergebnis im Bereich der Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein. "Wir liegen fast exakt auf Vorjahresniveau", sagte Jürgen Steinmetz, IHK-Hauptgeschäftsführer. Zum Stichtag 30. September lagen 4430 Verträge statt 4428 im Vorjahr vor. Für die Stadt Krefeld stehen 1074 statt 1093 Vertragsabschlüsse in der Statistik.

Beide, Industrie und Handwerk, sind sich im Klaren darüber, dass sie im Hinblick auf die demografische Entwicklung größere Anstrengungen unternehmen müssen, um auch in Zukunft geeignete Jungen und Mädchen für ihre Branchen zu finden. Der Trend bei jungen Leuten gehe in Richtung Studium. Allerdings gebe es auch eine rund 30-prozentige Abbrecherquote, erklärte Steinmetz. "Wir müssen Studierwilligen ihre Perspektiven in Industrie und Handwerk besser aufzeugen", sagte er. Derzeit gebe es für den Bereich der IHK noch gut 600 unbesetzte Stellen.

Einen Überblick für Krefeld lieferte Dirk Strangfeld von der Agentur für Arbeit. Der Ausbildungsmarkt biete gegenüber dem Vorjahr 7,1 Prozent mehr Stellen in der Stadt an. In realen Zahlen sind das 1442 Stellen, 96 mehr als im Vormonat. Dafür sank die Zahl der Bewerber von 2395 auf 2247. Auf einen Bewerber kommen 0,64 Stellen. Ein Missverhältnis, aber besser als vor einem Jahr. Damals entfielen rein statistisch 0,56 Stellen auf einen Bewerber. Zum Ausbildungsbeginn waren 290 gemeldete Männer und Frauen ohne Ausbildungsplatz, bei noch 91 freien Stellen. Oftmals stimmen die Wünsche der Bewerber mit den Angeboten der Arbeitgeber überein. So möchten zum Beispiel 329 Anwärter gerne Kaufmann im Büromanagement werden. Im Angebot sind aber nur 122 Ausbildungsstellen. Andererseits entfallen auf 224 Lehrstellen als Verkäufer lediglich 119 Interessenten.

Quelle: RP
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