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Krefeld
1. Thementag im Museum - mit nackter Haut

Krefeld. Morgen gibt es in den Museen Haus Esters und Haus Lange eine spektakuläre Performance und ein umfangreiches Programm für Kinder, Familien und für Kunstfreunde. Von Isabel Mankas-Fuest und Petra Diederichs

Für die Kunst lässt Roger Hiorns schon mal blank ziehen - wenn es darum geht, die Aussagen seiner Arbeiten zu unterstützen. Der britische Künstler wird seine Installation morgen Mittag zum Stadtgespräch machen: Ein junger Mann hockt nackt auf einem Hubschraubermotor, die Zündflamme verlischt - mitten in der Ausstellung. Die Performance ist Teil des ersten Thementags am Sonntag ab 11 Uhr in den Häusern Esters und Lange an der Wilhelmshofallee. Die Kunstmuseen wollen mit dem neuen Format interdisziplinäre Programme bieten, die mit unterschiedlichen Angebote, Aspekte der Ausstellung veranschaulichen und somit vertiefen sollen, sagt Magdalena Holzhey, Kustodin der Kunstmuseen Krefeld. Um Kunst, Natur und Wissenschaft geht es passend zur Ausstellung "Die Kräfte hinter den Formen" in den Häusern Esters und Lange mit Familienworkshops, Künstlergesprächen und einer Performance.

Roger Hiorns ist 1975 in Birmingham geboren. Mit seinen Installationen, Objekten und spektakulären Performances ist die internationale Kunstwelt bereits auf ihn aufmerksam geworden. Oft spielt Feuer als optisches Stilmittel dabei eine Rolle. Zu seinen aufsehenerregendsten Aktionen gehört das Projekt "Seizure": Dafür hat er 2008 eine leerstehende Wohnung in London mit 80.000 Litern Kupfersulfatlösung gefüllt. Daraus entwickelten sich blaue Kristalle, die Wände und Decken überzogen. Wie Mensch und Umwelt aufeinander reagieren, wie das Bewusstsein für natürliche und gestaltete Umwelt aussieht, wie natürlich Natur ist, ist Thema der laufenden Ausstellung, in die Hiorns ideal passt. Die Performance in Krefeld beginnt um 12.30 Uhr.

Magdalena Holzhey und Ingo Schäfer, Geologe und Experte für Erdwärme vom Geologischen Dienst NRW, werden beim Thementag die Ausstellung aus künstlerischer und geologischer Sicht kommentieren. Parallel zur Dialogführung findet von 11 bis 13 Uhr und von 14.30 bis 18 Uhr ein Kinder- und Familienworkshop statt. Kinder ab vier Jahre können der Natur in unterschiedlichen Materialien auf die Spur gehen, erläutert Museumspädagoge Thomas Janzen. Mit Gips, Ton und Zeichnungen werden eigene Ideen entwickelt und ausgestellte Objekte plastisch nachgeahmt. Ein schönes Extra: Während die Kinder am Workshop teilnehmen, können Eltern entspannt die Ausstellung besuchen oder auch die anderen Programmpunkte wahrnehmen.

George Steinmann, ebenfalls Künstler der Ausstellung, beschäftigt sich in einem Vortrag um 14.30 Uhr mit der Kunst der Nachhaltigkeit. Unter dem Titel "Wahrnehmen und Hervorbringen - Kunst im Horizont der Nachhaltigkeit", wird er auch von seinen Beobachtungen als künstlerischer Botschafter am UN-Klimagipfel in Paris 2015 berichten. Interdisziplinär wird das Podiumsgespräch um 15 Uhr mit Künstler Steinmann und Geologe Schäfer. Hier werden Berührungspunkte zwischen Kunst und Geologie beleuchtet: Welche Perspektiven eröffnet die Geologie der Kunst und umgekehrt?

Der Thementag endet mit einem Filmprogramm. Von 16.30 bis 18 Uhr laufen vier Filme aus dem Archiv der Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen. Internationale Filmemacher blicken in poetischen und dokumentarischen Bildern auf die Natur und die dahinter stehenden Kräfte. Der Ausstellungstitel "Die Kräfte hinter den Formen" stammt von Per Kirkeby (*1938). Der dänische Künstler ist promovierter Geologe und somit prädestiniert als Grenzgänger zwischen den Disziplinen Kunst und Wissenschaft.

Thementag am Sonntag, 24. April, von 11 - 18 Uhr in den Häusern Esters und Lange, Wilhelmshofallee 91-97. Anmeldungen sind nicht notwendig. Das komplette Programm unter: www.kunstmuseenkrefeld.de

Quelle: RP
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