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Krefeld
100 Jahre Gartenbauverein Inrath

Krefeld: 100 Jahre Gartenbauverein Inrath
Farbenfroh blühen die Blumen im Garten von Fachberater Karl-Heinz Glahe (vorn). Im Hintergrund: Dieter Görlach, Vorsitzender des GBV und stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins Inrath, mit der Schuffel. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Der heute zweitgrößte Kleingartenverein Krefelds musste sein Gelände südwestlich des Kapuzinerbergs in den Notjahren nach dem Ersten Weltkrieg erst einmal für seine Zwecke urbar machen. Heute gedeihen dort auch Zitronen. Von Jochen Lenzen

Vor 100 Jahren wurde der Gartenbauverein (GBV) Krefeld-Inrath unter der Bezeichnung "Garten- und Obstbauverein" gegründet. Tatsächlich hat das Obst in dem damaligen Namen immer noch seine volle Berechtigung, denn Obst - sogar südländisches - wird sehr erfolgreich angebaut. In dem Gelände gedeihen neben vielfältigen Gemüsen, Salaten und Beeren auch Zitronen, Bananen, Kiwis und - in allerdings sehr kleinem Umfang - auch Orangen. "Drei dicke Exemplare hängen zurzeit an meinem Bäumchen. Aber an Zitronen habe ich im vergangenen Jahr mehr als 50 Stück geerntet", sagt Karl-Heinz Glahe, der als Fachberater für das gesamte Gartengelände zuständig ist.

Der GBV Inrath ist mit seinen 146 Parzellen der zweitgrößte Kleingartenverein der Stadt. "Und was in Krefeld längst nicht überall der Fall ist: Alle sind vergeben", berichtet Dieter Görlach, Vorsitzender des GBV und stellvertretender Vorsitzender des Bürgervereins Inrath. Unter den Pächtern im Alter von Mitte 20 bis 80 Jahren sind auch Hobbygärtner türkischer, russlanddeutscher, schlesischer und italienischer Herkunft.

Die Jubiläumsplakette des Stadtverbands der Kleingärtner wird einen Ehrenplatz bekommen. FOTO: Daniel Schäfer

Der benachbarte Kapuzinerberg, die ehemalige Krefelder Müllkippe, macht den Gärtnern keine Probleme: "Der Berg wurde in den 90er Jahren mit einer Plane und Ton abgedeckt. Das Sickerwasser fließt in die andere Richtung, und Untersuchungen haben ergeben, dass wir unser Grundwasser bedenkenlos zum Bewässern nutzen können. Nur direkt trinken sollen wir es nicht", erläutert Görlach.

Auf das jetzige Gelände kam der GBV laut Görlach übrigens erst vier Jahre nach der Vereinsgründung. Zuvor lagen die Gärten von zuerst 28 Inrathern weit verstreut, bevor die Stadt dem Verein sechs zusammenhängende Morgen aus Wiese, Wald und Sumpf verpachtete. In folgenden, immer noch von der Notlage nach dem Ersten Weltkrieg geprägten Jahren stieg die Mitgliederzahl weiter an. Zehn weitere Morgen wurden angepachtet, die für kleingärtnerische Zwecke allerdings erst einmal urbar gemach werden mussten. Über die weitere wechselvolle Entwicklung des Geländes und des Vereins informiert sehr ausführlich und detailliert die Chronik im Internet unter "gbv.inrath.de".

Dieter Görlach und Ralph-Harry Klaer (hinten) gratulieren Helmut und Elly Klotz, Willi und Christel Müllers sowie Anni Gerlach zu ihrem Gartenjubiläum. FOTO: quackpress

Damals wie heute ist das gleich am Eingang des Geländes gelegene Vereinsheim, das nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1956 wieder aufgebaut wurde, das Zentrum der Gemeinschaft. Seit zehn Jahren wird es als öffentliche Gaststätte ganzjährig ab etwa 16 Uhr von Görlachs Frau Ute geführt. Es gibt eine feste Speisekarte, sonntags ein zusätzliches Hausmannskost-Gericht und bei Gesellschaften auch ein Büfett. Im Gastraum stehen rund 50, im Wintergarten etwa 70 und auf der gepflasterten Terrasse gut 20 Plätze zur Verfügung.

Ein wichtiger Bestandteil des GBV Inrath ist der große Kinderspielplatz, der in diesem Jubiläumsjahr wieder Ort des traditionellen Kinderfests des Bürgervereins Inrath ist - und zwar am 26. Juni. Weitere Höhepunkte des Gartenjahres sind gleich drei Veranstaltungen im Mai: das Vatertagsfest mit lustigen Wettbewerben; der Damenkaffee, an dem drei Stunden lang keine Männer zugelassen sind; und die Vogelwanderung des Stadtverbands der Kleingärtner, der immer auf dem Inrather Gelände beginnt. Im Herbst wird das Oktoberfest auf echt bayerische Art gefeiert, im November zieht der St. Martinszug des Kindergartens durchs geschmückte Gelände, und Anfang Dezember kommt St. Nikolaus im Anschluss an einen Bastelnachmittag zur Kinderbescherung mit Liedern zur Gitarre.

Außerhalb des normalen Gartenjahres liegt natürlich das Fest zum 100-jährigen Bestehen am Samstag, 3. September, ab 19 Uhr mit Livemusik im Raphaelsheim.

Quelle: RP
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