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Treffpunkt zum Alkohol-Trinken
150 Jugendliche randalieren in Krefelder Park

Treffpunkt zum Alkohol-Trinken: 150 Jugendliche randalieren in Krefelder Park
Noch ist es sauber: Bis zu 150 Jugendliche treffen sich abend zum kollektiven Alkohol-Trinken im Hülser Park. Am nächsten Morgen durchzieht dann eine Spur aus zerschlagenen Flaschen, Müll und Unrat die Anlage. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Eine Grünanlage in Krefeld-Hüls entwickelt sich zum abendlichen Szene-Treffpunkt. Über die sozialen Medien verabreden sich Gruppen zum Alkohol-Trinken. Jetzt musste eine Kulturveranstaltung wegen der Lärmbelästigung unterbrochen werden. Von Joachim Niessen

In Hüls brodelt es - die Bürger sind sauer auf Politik, Polizei und Verwaltung. Stein des Anstoßes ist eine Gruppe von 100 bis 150 Jugendlichen im Hülser Park. Seit einigen Wochen ist die Freizeitfläche in den Fokus ihrer Aktivitäten geraten. Das wird für die Anwohner zunehmend zum Problem: Sie klagen über die unerträgliche Lautstärke. Bis weit nach Mitternacht steht der Regler von Musikanlagen am Anschlag, parallel wird gegrölt und Krach gemacht. Das Ergebnis ist am Tag danach für jedermann sichtbar: Eine Spur aus zerschlagenen Flaschen, Müll und Unrat durchzieht die Anlage. Dazu verströmen einige Ecken einen penetranten Uringeruch. So mancher hatte sein nächtliches Geschäft gleich vor Ort erledigt.

Den Bürgern stinkt die ganze Angelegenheit mächtig. Die Jugendlichen verabreden sich in sozialen Medien zum kollektiven Trinken im Park. Bereits Anfang Juli kam es beim traditionellen Fest auf der Hülser Burg zwischen Grundschule und Park zu Vorfällen mit angeheiterten Jugendlichen. Während im Rahmen der Veranstaltung ab 19 Uhr die Holzkohle für die Würstchen glühte, kam es zu "unschönen Kontakten". Das wiederholte sich am vergangenen Wochenende massiv. Nach Auskunft der Polizei hatten sich Jugendliche in den umliegenden Einkaufsmärkten bereits gegen 17.30 Uhr mit Alkohol eingedeckt und waren anschließend in den Park marschiert. Dort kam es zu regelrechten "Schreiaktionen". Die "Macbeth"-Aufführung der Theater-AG der Robert-Jungk-Gesamtschule vor der Hülser Burg musste gegen 22.15 Uhr zeitweise unterbrochen werden. Ein Jahr lang hatten sich Schüler der Jahrgangsstufe 12 mit dem Stück auseinandergesetzt. Die rund 150 Gäste waren irritiert. Die Polizei sprach im Laufe des Abends mehrere Platzverweise gegen die Randalierer aus, weitere Beamte, die eigentlich im Rahmen der EM-Übertragungen Dienst hatten, wurden nach Hüls abgezogen, um dort für Ordnung zu sorgen. Anonymen Hinweisen, dass im Park auch Drogen konsumiert wurden, ging die Polizei ergebnislos nach.

Nach Informationen der Einsatzkräfte wird der Park derzeit ganz gezielt von Auswärtigen als Treffpunkt genutzt. "Wir haben das im Blick und gehen in den kommenden Wochen verstärkt dagegen vor", so Polizeisprecherin Karin Kretzer gestern. Nach Aussage von Bürgern wurden gegen Mitternacht volle und leere Bierflaschen gegen ein Ärztehaus am Herrenweg geschmissen, Beobachter sprachen von "außergewöhnlicher Aggressivität einzelner Jugendlicher".

SPD-Bezirksvorsteher Hans Butzen fordert kurzfristige Lösungen. Der Politiker will das Thema bereits für die kommende Sitzung - nächste Woche Mittwoch, 29. Juni, - auf die Tagesordnung nehmen. Butzen erklärte, die "offensichtlich zunehmende Eskalation" nicht länger hinzunehmen: "Neben dem Recht der Jugend auf ihre Entfaltung muss auch das Sicherheits- und Ordnungsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger gewahrt werden. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich in unmittelbarer Nachbarschaft des Hülser Parks das Helios-Cäcilienhospital und bald ein Seniorenheim befinden."

Quelle: RP
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