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Krefeld
15.000 Weinstöcke für eine Modellbahn-Landschaft

Krefeld: 15.000 Weinstöcke für eine Modellbahn-Landschaft
Der Vorsitzende des Modelleisenbahnclubs (MEC) Krefeld, Hans-Peter Domels (rechts) und Daniel Reuter vor einem Modell des Kefelder Hauptbahnhofs. FOTO: Klaus Peter Kühn
Krefeld. Der Modelleisenbahnclub Krefeld lädt für kommenden Samstag, 10 bis 17 Uhr, Inrather Straße 160, zu einer internationalen Zug-Schau und Bahnbörse. Die Bahn-Landschaften - zum Beispiel Weinberge mit 15.000 nachgebildeten Weinstöcken - sind berückend reich an Details. Von Klaus Peter Kühn

Der alte Luftschutzbunker neben der Pauluskirche, wenige Schritt vom Moritzplatz entfernt, ragt grau und abweisend in die Höhe. Am Samstag öffnet er seine Tür und gewährt Einblick in sein höchst buntes, attraktives Innenleben: Der Modelleisenbahnclub (MEC) Krefeld hat seine großflächigen Räume im Bunker herausgeputzt und lädt zu einem Schau-Tag.

Als erstes entdeckt der Besuch den Bahnhof Traben-Trarbach, 87 Mal kleiner als in Wirklichkeit, die Gleise liegen wie einst beim Vorbild; ein Schienenbus wartet auf die nächste Fahrt. Der Rest ist noch nicht gestaltet. Das Empfangsgebäude steht provisorisch aus Papier gefaltet an seinem Platz, die Türen, Fenster und andere Details sind nur aufgemalt. Zu erleben sind die verschiedenen Stationen des Entstehens einer Modellbahnanlage - von der Planung über den Rohbau bis zum feinst gestalteten Weinreben-Hang. Der in Traben-Trarbach gestartete Schienenbus legt am "Heißen Stein" einen außerplanmäßigen Halt ein, um einen Wanderer aussteigen lassen. Das kleine Felsmassiv an der Strecke nach Pünderich ist dem Original im Weinort Reil genau nachempfunden. Der Schiefer des Heißen Steins speichert die Sonnenwärme besonders gut. Ein Adliger, der sich der Sage nach mit dem Teufel auf ein Geschäft eingelassen hatte, musste ihm den Wein der Weine liefern, um seine Seele auszulösen. Mit dem Tropfen vom "Reiler Heißen Stein" soll ihm dies gelungen sein... Der kleine Zug erreicht nach dem kurzen Stopp den Prachtbau der Moselbahn und das Prunkstück des MEC Krefeld: den Hangviadukt von Pünderich - im Modell ist das auch als "Galerie" bekannte Bauwerk rund sechs Meter lang. Wie beim Vorbild umrahmen Weinberge die steinernen Bögen, auf denen die Züge wie sich dem Betrachter optimal präsentieren. Die Mitglieder des MEC haben aus grünen Flocken und Blumenbindedraht insgesamt 15.000 Rebstöcke gebastelt, um die perfekte Illusion dieses Mosel-Panoramas zu erstellen.

Das beeindruckende Modell zeigt das Pündericher Hangviadukt an der Mosel. FOTO: MEC

Solcherlei "Fissels"-Arbeit gehört mit zum vielseitigen Arbeitsprogramm an den Klub-Abenden. Gleisbau und vor allem Steuerungstechnik sind weitere Fertigkeiten, die sehr gefragt sind. "Die Hauptstrecken und etwa das Modell des Krefelder Hauptbahnhofs werden mit konventioneller Relais-Technik betrieben", erläutert MEC-Chef Hans-Peter Domels. Ersatzteile hierfür gibt es allerdings nur noch für horrende Preise, deshalb ist der Umstieg auf Digitaltechnik mittelfristig geplant. Etliche MEC-Mitglieder sind Ingenieure, unter den Aktiven sind aber auch ganze andere Berufe vertreten wie etwa Maurer oder Grafiker. Jeder findet seine Aufgabe, führt mit einer Art Rollbrett rücklings unter die Anlagenteile, kontrolliert Schienenverbindungen oder lötet Kabel nach. Wer sich fürs Mitmachen interessiert oder nur einmal einen Blick auf die Pündericher Galerie werfen möchte oder für kleines Geld Modellbahn-Artikel kaufen will - der ist am Samstag an der Inrather Straße 160 von 10 bis 17 Uhr willkommen.

Als weitere Attraktion sind die reichlich vorhandenen Vitrinen im Klub mit Modell-Zügen aus vielen europäischen Ländern bestückt. Die Bandbreite reicht von den schweren Erz-Zügen in Norwegen über den Thalys bis zum österreichischen Rail-Jet. Die Club-Cafeteria ist geöffnet. Der Eintritt ins kostet 2,50 Euro für Erwachsene, die Familienkarte fünf Euro.

Quelle: RP
 
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