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Krefeld
20 Jahre "Dschungeltrommel"

20 Jahre "Dschungeltrommel"
20 Jahre "Dschungeltrommel" FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Aus dem Informationsheft der Zoofreunde Krefeld ist ein modernes Hochglanzmagazin geworden.

"Liebe Mitglieder des Freundeskreises! Auf unserem Schreibtisch stapeln sich Mitteilungen von Fördervereinen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und aus Übersee. Sie hingegen haben bisher nur wenige Möglichkeiten, sich über die Aktivitäten unseres Vereins zu informieren." Mit diesen Worten begann die publizistische Karriere der "Dschungeltrommel", der "Informationsbroschüre der Zoofreunde in Krefeld", wie sich der Verein nannte. Das war vor 20 Jahren.

Aus dem textlastigen Vereinsheftchen der Anfangsjahre ist inzwischen ein modernes Hochglanz-Magazin gerworden. Geblieben ist die enge Zusammenarbeit mit den Zoo-Mitarbeitern. Ansonsten hat sich fast alles verändert, angefangen beim Format, das von DIN A5 zu DIN A4 wechselte. Wer nun aber denkt, die Produktion der kleinen, in Graustufen gedruckten Broschüre sei schnell erledigt gewesen, der irrt.

Das Schmetterlingshaus im Krefelder Zoo FOTO: Thomas Lammertz

An die Anfangsjahre kann sich Christa Lüfkens noch gut erinnern. Die damalige Schatzmeisterin des Vereins war die Frau der ersten Stunde. Zusammen mit dem damaligen Zoodirektor Walter Encke erstellte sie 1995 die allererste "Dschungeltrommel". "Unter den damaligen Voraussetzungen war das wahrlich kein leichtes Unterfangen", sagt Christa Lüfkens und schüttelt sich bei dem Gedanken an die ganze Arbeit. "Alle Texte wurden auf der Schreibmaschine geschrieben, ausgeschnitten und auf dem Kopierer eines Zoofreunds vervielfältigt".

Glücklicherweise konnten die Zoofreunde schon bald mit der Druckerei Düsselberg zusammenarbeiten, die wiederum einige Ausgaben später ein für damalige Verhältnisse modernes Computerprogramm zur digitalen Gestaltung anschaffte. "Das erleichterte uns die Arbeit ungemein, da das damalige Layout aus ausgeschnittenen Textblöcken und Fotos erstellt werden musste, die auf Millimeterpapier aufgeklebt wurden", berichtet die Zoofreundin, die auch heute noch hilft, wann immer sie gebraucht wird.

Wenn eine Riesenschildkröte zum Röntgen muss FOTO: Jochheim

Für den einfachen Graustufen-Druck hatte sich der Verein bewusst entschieden, weil er nicht bei der Finanzierung der "Dschungeltrommel" auf Werbeeinnahmen angewiesen sein wollte. Auch das hat sich mit der Einführung des hochwertigen Magazins nun geändert. Seit 2010 kümmert sich Dietmar Schörner, zweiter Vorsitzender, liebevoll um die Zoofreunde-Zeitschrift. Und nimmt dabei auch so manch gefährliche Situationen in Kauf, wie er mit einem Augenzwinkern erzählt. "Ich musste für die Ausgabe 2012 die jungen Tiger fotografieren. Als ich gerade ein Junges im Fokus der Kamera hatte, merkte ich auf einmal, dass ich von dem zweiten Jungtier hinterrücks überfallen wurde. Da war ich doch sehr froh, dass es nur ganz kleine, drei Wochen alte Tiger waren."

Was sich schon in den früheren Ausgaben angekündigt hatte, setzten Dietmar Schörner und sein Redaktionsteam konsequent fort: mehr Reportagen, dazu Informatives aus dem Tier- und Pflanzenreich, Porträts von Zoomitarbeitern oder verdienten Zoofreunden, Buchvorstellungen und Reiseberichte. Beliebt ist die Rubrik, in der Zootierärztin Stefanie Markowski über interessante Behandlungen von Zootieren berichtet. Für die Kleinen gibt's auch im neuen Magazin eine Kinderseite. Cosi, der Kleine Pandabär, erlebt spannende Abenteuer mit seinen Freunden.

"Es soll in jeder Ausgabe auch etwas zum Schmunzeln geben. Ich erinnere mich noch an die Geschichte von Zoo-Biologin Gaby Borg über den Brillenputzer. Eine Besucherin hatte doch tatsächlich einem Saki im Regenwaldhaus ihre Brille gebeben, weil am Eingang ein Hinweis auf den Brillentrockner steht. Dass dieses Schild sich jedoch auf den Trockner in Ameisenbären-Gestalt bezieht und nicht auf das Äffchen, das auf dem Trockner saß, hat die gute Frau wohl übersehen. Der Saki jedenfalls hat ihre Brille fachgerecht zerlegt." Schörner lacht. Die Arbeit an der "Dschungeltrommel" macht dem Team-Leiter offensichtlich Spaß. Und das soll auch noch eine ganze Zeit lang so bleiben.

Quelle: RP
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