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Krefeld
20 Jahre "Funk Aua" - ein knackiges Jubiläum

Krefeld. Seine Liebe zum Trommeln entdeckte Michael Mertens schon als Sechsjähriger. 1994 gründete er die Musikschule "rhythm matters", und 1996 rief er die "Funk Aua" ins Leben, eine Session-Reihe im Jazzkeller, schwarzamerikanischen Tanzrhythmen gewidmet, die eigentlich "Funk Hour" hatte heißen sollen. Von Mojo Mendiola

Zu "zweitausend Jahren Funk Aua" hieß Andy Zingsem die Fans willkommen und war auch sonst zu Scherzen aufgelegt. Gute Laune und ansteckende Spielfreude waren die zentralen Kennzeichen dieser Jubiläumsnacht. "You Belong To Me" hätte der erste Titel heißen können, wenn es denn tatsächlich ein Titel gewesen wäre. Bei der "Funk Aua" aber werden keine fertigen Songs gespielt, sondern Mertens gibt am Schlagzeug einen Beat vor, und auf dem raufen sich dann in kürzester Zeit alle zusammen und lassen während des Spiels so etwas wie einen "Song" entstehen. Und diesem Prinzip folgte auch Zingsem, improvisierte textlich erst mal drauf los, bis sich eine Zeile als Refrain herausschälte, die mithin auch gut den Titel hätte abgeben können.

Und während es sonst selbst in den instrumental besten Bands oft an einem adäquaten Sänger mangelt, überzeugte Zingsem sowohl mit der Kraft und Fülle seines Baritons als auch mit dem stilsicheren Einsatz der Ausdrucksmittel, die er aus den verschiedensten Abteilungen von Soul, Funk und Rap verinnerlicht und zu seiner eigenen Handschrift zusammengefügt hat. Stephan Kramer spielte ausnahmsweise keine siebensaitige, sondern eine sechssaitige Gitarre und zauberte sich seinerseits durch einen nahezu unerschöpflichen Background, während Clemens Horn an den Keyboards, Debütant in der Funk Aua, erst einmal auf Nummer sicher ging und aus Blues-Akkorden schöpfte, sich nach und nach aber freispielte. Am Bass agierte Hannes Vesper und bewies, dass man auch ohne überlaute Slaps richtig funky spielen kann, wenn man nur einfallsreich ist.

Kein Funk jedoch ohne "fetten Bläsersatz"! Zwar hatte Marcus Scheltinga mit seiner Posaune kurzfristig absagen müssen, doch die beiden Saxophonisten Eike Drück und Sven Rossenbach drehten um so heftiger auf. Obwohl eigentlich recht unterschiedlichen Charakters, harmonierten sie blendend, pflegten ihre ganz eigenen Stile in den zahlreichen Soli, standen aber auch zusammen wie ein Mann in den Unisono-Parts, und mehrmals nahmen auch die übrigen Instrumente an diesen knackigen Riffs und Repetitionen teil. So waren alle Zutaten für eine prickelnde Freitagtanznacht gut gemischt und das Publikum kam voll auf seine Kosten.

Quelle: RP
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