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Krefeld
20 Jahre Krefelder Tafel in Stahldorf

Krefeld. Am kommenden Sonntag wird das Jubiläum mit einem bunten Programm im Pfarrheim von St. Bonifatius gefeiert. Ab Juni hilft ein ehemaliger Flüchtling bei den wachsenden Sprachproblemen. Von Julia Schleier

Nicht mehr als zehn Familien haben sich regelmäßig Lebensmittel abgeholt, als 1997 die Ausgabestelle in Stahldorf der ein Jahr zuvor gegründeten Krefelder Tafel eingerichtet wurde. Heute, 20 Jahre später, sind es 286 Familien. Das Jubiläum wird am Sonntag, 21. Mai, von 10 bis 15 Uhr im Pfarrheim von St. Bonifatius mit einem vielseitigen Programm und einer von vielen ortsansässigen Betrieben bestückten Tombola gefeiert.

2002 war die Ausgabestelle von der Matthäuskirche ins Pfarrheim von St. Bonifatius umgezogen. Als Christa Wagner, Leiterin der Lebensmittelausgabe, kurz darauf dort angefangen hatte, gab es schon 50 Familien, die sich wöchentlich Lebensmittel abgeholt haben. Diese Zahl hat sich bis heute noch fast versechsfacht. Mit 22 Mitarbeitern und 286 Familien, also knapp 700 Besuchern pro Woche, ist Stahldorf eine der größten Ausgabestellen in Krefeld. Insgesamt versorgt die Krefelder Tafel rund 4000 Bedürftige und seit einiger Zeit noch 700 Flüchtlinge. Ob man diese überhaupt mitversorgen konnte, war wegen Kapazitätsproblemen und einer enormen Mitarbeiterbelastung zunächst unklar. "Heute sind wir aber froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Die Flüchtlinge werden gut aufgenommen, und wir konnten uns darauf einstellen", so Christa Wagner.

Probleme, mit denen die Ehrenamtler an der Ausgabestelle regelmäßig konfrontiert werden, sind vor allem Verständigungsprobleme mit den Besuchern. Als mögliche Lösung dafür soll ab 1. Juni ein ehemaliger Flüchtling als Kraft des Bundesfreiwilligendiensts (BuFDi) eingestellt werden, der den Ehrenamtlern durch seine Sprachkenntnisse bei der Verständigung helfen kann.

In Stahldorf kümmern sich die Ehrenamtler mittlerweile auch um eine Kaffeetafel. Diese soll den Besuchern die Wartezeit verkürzen und dafür sorgen, dass die Menschen nicht vor der Tür warten müssen und sich zur "Schau gestellt fühlen". Dem Vorsitzenden der Krefelder Tafel, Hansgeorg Rehbein, ist es wichtig, auch menschliche Wärme durch die Tafel zu vermitteln und zu zeigen, dass jeder akzeptiert wird: "Tafel kann mehr sein als nur die Weitergabe von Lebensmitteln", sagt der Vorsitzende. Die Zukunft der Ausgabestelle lässt sich schwer planen. "Man weiß nie, wie viele Familien da sein werden und wie viele Lebensmittelspenden die Zukunft bringt. Mit der Flüchtlingswelle hatte vor ein paar Jahren schließlich auch niemand gerechnet", sagt die ehrenamtliche Mitarbeiterin Michaela Böttcher. Eine weitere Ausgabestelle in Krefeld wäre jedoch zu wünschen, da laut Rehbein alle Stellen überlastet sind.

Quelle: RP
 
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