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Krefeld
24-jähriger Angeklagter: "Ich war zu faul für die Schule"

Krefeld. Räuber-Trio stürmte bewaffnet in eine Wohnung. Von Birgit Lameyer

Im Prozess gegen drei Männer, die bewaffnet eine Wohnung am Strater Weg gestürmt haben sollen, haben gestern weitere Zeugen ausgesagt. Die Mütter von zwei Angeklagten bestätigten den Drogenkonsum ihrer Söhne vor dem Überfall. Hintergrund ist, dass das Gericht prüfen muss, ob die Männer aufgrund der Einnahme von Drogen vermindert schuldfähig gewesen waren. Das könnte sich dann zu ihren Gunsten auswirken. Auch hat die Kammer die Möglichkeit, Täter, die aufgrund ihrer Sucht straffällig wurden, in einer sogenannten Entziehungsanstalt unterzubringen.

Zwei Zeuginnen sagten gestern, dass ihre Söhne ohne Betäubungsmittel aggressiv reagierten. An Drogen zu kommen soll auch der Grund für den Überfall gewesen sein, hatten die Angeklagten berichtet. Den heute 28-Jährigen habe man gezielt ausgesucht, um Betäubungsmittel zu erbeuten. Der Mann sei als Drogendealer bekannt.

Einer der Angeklagten, ein 22-Jähriger aus Krefeld hat bereits gestanden, maskiert und mit Machete in die Wohnung gegangen zu sein. Er habe aber nicht bewusst zugeschlagen, versicherte er. Aus Panik, weil ihm die Maske in das Gesicht gezogen wurde, habe er mit der Machete in der Hand ziellos um sich geschlagen. Das Opfer musste später mit mehr als 130 Stichen genäht werden.

Einer der Mittäter berichtete erst im Laufe der Verhandlung überraschend von einem enormen Rauschgiftkonsum. Bereits im Jugendalter habe er schon fast jede Art von Drogen ausprobiert. Drogenscreenings, die er später machen musste, habe er gefälscht, um keinen Ärger zu bekommen. Bis zu vier Gramm Marihuana will er täglich geraucht haben. Ob das zutreffend sein könnte, soll jetzt ein Sachverständiger prüfen.

Bei Verlesung des Lebenslaufs des 24-Jährigen zeigte sich, dass er als Täter schon vielfach auffiel, als er noch nicht strafmündig war. Er sei erzieherisch kaum erreichbar gewesen. Mehrere Eingliederungsmaßnahmen waren fehlgeschlagen. Er selber gab zu, dass er "zu faul für die Schule" war. In der Wohnung sei er am Tattag allerdings nicht gewesen, beteuerte der Angeklagte. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Quelle: RP
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