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Krefeld
250.000 Euro für das Textilmuseum

Krefeld: 250.000 Euro für das Textilmuseum
Birgit Roos (r.) und Lothar Birnbrich (Vorstand Sparkassen-Kulturstiftung) fördern das Textilmuseum. Leiterin Anette Schieck (2.vl.) und ihre Stellvertreterin Isa Fleischmann-Heck starten 2017 das Projekt "Ans Licht". FOTO: T. Lammertz
Krefeld. Unter dem Titel "Ans Licht" sollen die Schätze aus dem Haus am Andreasmarkt gehoben werden. Die Kulturstiftung der Sparkasse fördert für fünf Jahre die wissenschaftliche Arbeit am Bestand, Kataloge, Ausstellungen und Tagungen. Von Petra Diederichs

Die Entscheidung hat Schlagkraft. Birgit Roos, Vorstandsvorsitzende der Sparkassenkulturstiftung, sprach gestern von einer neuen Epoche und meinte das neue Schwerpunktförderungs-Projekt für die kommenden fünf Jahre. Epochal könnte die Entscheidung der Sparkasse für das Deutsche Textilmuseum werden: Von 2017 bis 2021 erhält es jährlich 50.000 Euro, insgesamt eine Viertelmillion. Mit dem Projekt "Ans Licht" sollen vier wichtige Sammlungsbereiche des Museums wissenschaftlich bearbeitet und präsentiert werden - mit Bestandskatalogen, öffentlichen Tagungen, Expertenrunden und Ausstellungen. Und am Ende soll ein online-verfügbarer Auswahlkatalog mit den bedeutenden Sammlungsstücken im Internet abrufbar sein. "Die Möglichkeit, ein Fünf-Jahres-Projekt zu planen, gibt Sicherheit, Ruhe und ein bisschen Perspektive", sagte Museumsleiterin Annette Schieck. Die Sparkassen-Kulturstiftung hat ein Kapital von 11,4 Millionen Euro. Seit 2002 unterstützt sie neben vielen Einzelaktionen in Krefeld Langzeitprojekte - wie das Tanzforum im Stadttheater, das Autorentheater im Kresch oder derzeit die Leseförderung "Lesetreppe" in der Mediothek. Vier Bewerber haben ihre Konzepte vorgestellt. Das Textilmuseum hat am gründlichsten überzeugt. "Es ist ein stilles, verborgenes Juwel, das wir mit der Förderung ans Licht holen wollen", sagt Lothar Birnbrich, stellvertretender Vorstandsvorsitzender.

Von der 30.000 Teile umfassenden Sammlung sind wesentliche Teile bisher noch nicht wissenschaftlich aufgearbeitet worden. Für vier Bereiche, in denen die Sammlung abgeschlossen ist und nicht mehr wesentlich erweitert wird, soll sich das ändern:

Die Sammlung Paul Prött: Sie umfasst etwa 650 Objekte - vor allem historische Kostüme und Trachten mitsamt Schmuck, Textilien aus vielen Regionen Europas, dem Balkan und Asien. "Wir wissen nicht viel über Prött, das soll nun erforscht werden", sagt Schieck. Fest steht: Prött (1880-1945) war gebürtiger Kölner, ein Maler, der eine Zeit in München lebte. 1943 überließ er Krefeld seine Sammlung - aus welchen Gründen, ist ungeklärt. Eine Ausstellung zu diesem Teil wird es im Sommer oder Herbst geben. Ostasiatische Textilien: Die Samurai-Ausstellung hat einen Vorgeschmack gegeben, welch prächtige Kimonos und Nô-Gewänder das Textilmuseum besitzt. 860 japanische Textilien sind es insgesamt und viele chinesische. Die Ausstellung ist für 2018/19 geplant. Arabische Textilien der Frühzeit des Islam: Aus dem 7. bis 14. Jahrhundert, die Zeit der Maluken, besitzt Krefeld 200 frühislamische Textilien. Viele sind nur Teilstücke. "Es war früher üblich, dass Textilien zerschnitten und Stücke verkauft wurden", berichtet Schieck. "Es wäre spannend, in anderen Häusern Stücke zu finden, die zu denen in Krefeld passen." Vielleicht - zumindest virtuell - in der Ausstellung 2020.

Peruanische Textilien: Mit 800 Objekten aus der Zeit von 200 vor bis 1470 nach Christus hat Krefeld einen repräsentablen Schatz an Gewändern und Fragmenten. "In Kennerkreisen ist das bekannt; es gibt auch oft Anfragen für Ausstellungen", so die Museumsleiterin. 2020/21 soll es zu sehen sein. "Und Anfang 2022 gibt es eine Gesamtpräsentation des Projekts."

Renommierte Experten aus Köln, Bochum und Berlin für die wissenschaftliche Arbeit seien bereits gefunden. Denn zu jedem Bereich gehören ein aufwändiger Bestandskatalog und ein wissenschaftliches Begleitprogramm.

Quelle: RP
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