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Krefeld
28 Flüchtlinge auf 1000 Einwohner - Oppum-Linn hat höchste Quote

Krefeld. In Oppum und Linn leben 589 Flüchtlinge, davon 289 in der Glockenspitzhalle, 147 in Linner und 167 in Oppumer Wohnungen.

Der Krefelder Flüchtlingskoordinator Hansgeorg Rehbein nannte der Bezirksvertretung Oppum-Linn die neuesten bezirksbezogenen Zahlen: In Oppum und Linn leben 589 Flüchtlinge, davon 289 in der Glockenspitzhalle, 147 in Linner und 167 in Oppumer Wohnungen. Die größte Gruppe unter ihnen seien Syrer, der Rest seien Iraner, Iraker, Libanesen und Mongolen. Mit 28 Flüchtlingen auf 1000 Einwohner hätte der Bezirk Oppum-Linn die höchste Belegungsquote in Krefeld.

80 Prozent der Flüchtlinge seien unter 35 Jahren, knapp 70 Prozent seien Männer. 55 Prozent der Flüchtlinge hätten Anspruch auf staatliche Integrationsleistungen wie Sprachunterricht. Rehbein schätzt, dass mehr als 70 Prozent dieser Flüchtlinge in Deutschland bleiben würden. 80 Prozent der Migranten brächten nicht die Ausbildung mit, die für einen schnellen Übergang ins Wirtschaftsleben nötig wäre. Immer noch seien die Sammelunterkünfte überbelegt, die Flüchtlinge warteten dringend darauf, dass etwas mit ihnen geschehe, die Langeweile sei auf die Dauer tödlich. Vor allem komme es darauf an, dass die Migranten schnell die Sprache des Gastlandes lernten.

Rehbein lobt die herausragende Hilfsbereitschaft. Wie in anderen Stadtteilen habe sich auch in Oppum ein Runder Tisch gebildet, der die Hilfsangebote in Eigenverantwortung koordiniere. Nicht immer funktionierte dies reibungslos. Die Flüchtlinge müssten sich oft erst noch an Voraussetzungen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit gewöhnen. Hilfestellung gäben hierbei unterkunftsnahe Sprachkurse, in denen in kontrollierbaren festen Kleingruppen die neue Sprache erlernt werde. "Wir haben keine Alternative. Wenn diese Leute nicht schnell die Sprache erlernen und dann in Arbeit kommen, erzeugen wir Sozialhilfeempfänger", warnte der Koordinator und blickte besorgt in die Zukunft, wenn in zwei Jahren der Nachzug der Familie möglich sein wird.

Der Forderung von Claudia Heitmann (FDP), den derzeit freiwilligen Besuch der Sprachkurse verpflichtend zu machen, stimmte Rehbein vorbehaltlos zu,.

(oes)
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