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Krefeld
3000 Narzissen für Gellep-Stratum

Krefeld: 3000 Narzissen für Gellep-Stratum
Die gelb-weiße Blütenpracht in Gellep-Stratum ist Harry Meschke zu verdanken, der die Narzissenzwiebeln in die Erde gebracht hat. Im kommenden Herbst möchte der 72-Jährige weitere 5000 Zwiebeln vergraben. FOTO: Carola Puvogel
Krefeld. Wenn im Herbst in allen Discountern rund um Gellep-Stratum die Narzissenzwiebeln ausverkauft sind, dann könnte es daran liegen, dass Harry Meschke auf Einkaufstour gewesen ist. Von Carola Puvogel

Wozu der 72-jährige Pensionär tausende Zwiebeln braucht, ist derzeit an den Straßenrändern des Krefelder Stadtteils zu bewundern: Dort blühen jetzt die späten Narzissensorten in prächtigen Weiß- und Gelbtönen.

Meschke ist nicht der Typ, der großes Aufhebens um seine Tätigkeit als Dorfverschönerer macht. Darum, dass er im Herbst mit Spaten und Schubkarre loszieht und Blumenzwiebeln am Wegesrand vergräbt. Mehr als 3000 Stück waren es in den letzten zwei Jahren. "Einer muss es machen", sagt er bescheiden, und: "Wenn jeder nur ein kleines bisschen mitmacht, dann wird es doch schön." Harry Meschke ist Techniker, hat bei Rheinmetall in Düsseldorf gearbeitet und später 13 Jahre lang in der Lüneburger Heide, war Wochenendpendler. "Damals hatte ich wenig Zeit, mich in der Heimat einzubringen. Aber ich dachte immer, wenn du Rentner bist, dann hilfst du mit."

Im Dorf nennen ihn die Leute manchmal "Unser Maulwurf" erzählt seine Frau Brigitte nicht ohne Stolz. Immer wieder bekommt Meschke Nachrichten von Anwohnern, die sich über die Blütenpracht freuen und sich bedanken. Im Frühjahr warten die Eheleute immer gespannt, wo die Blüten zum Vorschein kommen. Eine richtige Überraschung ist das allerdings nicht, denn Harry Meschke hat seine Pflanzaktion bis ins Detail durchgeplant. "Ich habe mir eine Karte gezeichnet, vom ganzen Ort, und weiß genau, wo Narzissen stehen, und wo nicht." So kann er die Blütenpracht jedes Jahr planvoll ergänzen. Ecken, wo noch nichts steht, gebe es genug, sagt er. Nicht überall sei es allerdings möglich, die Zwiebeln zu vergraben. "Teilweise ist der Boden so hart, dass man nicht reinkommt."

Gepflanzt wird streifenförmig, damit daneben gemäht werden kann, ohne dass die Pflanzen abgeschnitten werden. Denn die sollen nach der Blüte eintrocknen - Voraussetzung für eine erneute Blütenpracht im kommenden Jahr. "Das Grünflächenamt macht das mit dem Mähen vorbildlich", sagt Meschke. Sechs oder sieben Pflanzen setzt er an eine Stelle, bevor er mit seiner Schubkarre weiterzieht. Die verschiedenen Narzissensorten hat er fein säuberlich nach Farben geordnet.

Den Kauf der Zwiebeln ermöglichte der Bürgerverein Gellep-Stratum. Für den kommenden Herbst hofft Harry Meschke auf eine Unterstützung aus Mitteln der Bezirksvertretung. Ulrich Lohmar (CDU) habe signalisiert, 5000 weitere Narzissen könnten so finanziert werden.

Quelle: RP
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