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Krefeld
35 Jahre "Grüne Damen" für Patienten

Krefeld: 35 Jahre "Grüne Damen" für Patienten
Das sind die 48 Grünen Damen und Herren, die zurzeit Patienten im Helios-Klinikum Patienten besuchen und betreuen. FOTO: Helios
Krefeld. Ein Team von 40 Damen und acht Herren kümmert sich im Helios-Klinikum um Patienten. Gestern wurde das 35-jährige Bestehen dieses Dienstes gefeiert. Die Ehrenamtler möchten sich um weitere Helfer verstärken und verjüngen. Von Jochen Lenzen

Mit "Zeit zum Zuhören" lässt sich die Arbeit der Grünen Damen, die seit einigen Jahren auch Grüne Herren in ihren Reihen haben, am besten überschreiben. Zurzeit ist es ein Team von 48 gestandene Personen - 40 Frauen und acht Männer - die die Patienten des Helios-Klinikums Krefeld besuchen und in den Dingen betreuen, für die die Pflegekräfte keine Zeit haben. Gestern wurde im Klinikum das 35-jährige Bestehen dieses ehrenamtlichen Besuchs- und Betreuungsdienstes gefeiert, der 1981 auf Initiative der katholischen und evangelischen Krankenhausseelsorger in den damaligen Städtischen Krankenanstalten mit 70 Frauen begonnen hat.

"Unsere Arbeit kann auf Wunsch schon bei der Aufnahme mit Begleitung zu den Ambulanzen bis aufs Zimmer beginnen", berichtet Sabine Müller, die mit Ingrid Bitter, Rainer Waldhaus und Manfred Niechoj das Leitungsteam der Grünen Damen und Herren bildet. Wie aus den Schilderungen der Ehrenamtler hervorgeht, sind die Themen so unterschiedlich wie die Menschen. Der eine Patient kommt zuerst auf seine Krankheit zu sprechen, der andere will sie überhaupt nicht thematisieren. "Meistens geht es um Familie, Urlaub, Arbeit, Vergangenheit, Kinder und Hobbys", erzählt Ingrid Bitter. Immer geht es den Grünen Damen und Herren darum, "dass sich die Patienten durch ihr Erzählen und unser Zuhören eine Zeit lang von ihren Problemen lösen und sich entspannen", erklärt Manfred Niechoj. "Gespräche können nach fünf Minuten beendet sein oder bis zu drei Stunden dauern."

Das Leitungsteam gestern kurz vor dem Festakt (v.l.): Sabine Müller, Rainer Waldhaus, Ingrid Bitter und Manfred Niechoj. FOTO: Lammertz

Die Grünen Damen und Herren werden nach einem Auswahlgespräch durch das vierköpfige Leitungsteam für den Umgang mit den Patienten geschult: "Wenn wir anklopfen, wissen wir nur, wie viele Patienten im Zimmer sind, und ob es sich um Frauen oder Männer handelt - sonst nichts", erzählt Rainer Waldhaus. Er und seine Mitstreiter müssen dann die Situation mit dem ersten Blick erkennen und sich auf die Patienten einstellen.

Alle Ehrenamtler stellen sich einmal pro Woche an einem festen Tag und auf einer festen Station je nach Bedarf für zwei bis vier Stunden zur Verfügung. Die Erfahrungen, die sie selbst dabei machen, liegen zwischen Erschütterung, wenn sich beispielsweise eine junge zweifache Mutter trotz Aussichtslosigkeit noch einmal Mal vergebens operieren lässt, und erbaulicher Erkenntnis, wenn ein Mann mittleren Alters nacheinander und beidseitig Zehen, Fuß und Unterschenkel wegoperiert bekommt und trotzdem unerschütterlichen Optimismus ausstrahlt. "Es ist ein erfüllendes Ehrenamt, durch das man geerdet wird, egal ob man Lustiges oder Trauriges gehört hat", sagt Ingrid Bitter.

Die Ehrenamtler suchen noch Verstärkung. Interessenten ab 40 Jahren können sich telefonisch an Sabine Müller (02151-735631), Ingrid Bitter (02151-596348, Manfred Niechoj (02151- 3266857 oder Rainer Waldhaus (02156-9102040) wenden.

Quelle: RP
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