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Krefeld
35.000 Einsätze - Notfallrettung wird teurer

Krefeld. Eine Strecke einmal rund um den Globus legen Notarzt-, Rettungs- und Krankentransportwagen in Krefeld auf dem Weg zu ihren Einsatzorten zurück. 47.000 Kilometer stehen am Ende des Jahres zu Buche. Jetzt legt die Stadt eine neue Gebührensatzung für die Hilfsfahrten auf. Die Steigerungen liegen zwischen 17 und 375 Prozent. Von Norbert Stirken

Zu knapp 100 Rettungs- und Krankenfahrten starten die Krefelder Helfer im Durchschnitt an jedem einzelnen Tag im Jahr. Der Notarzt ist im Mittel 16,5 Mal dabei, die Rettungssanitäter 55 Mal, und für Krankentransporte stehen 24,5 Fahrten in der Gebührenkalkulation. In der Summe sind die Helfer 35.000 Mal im Jahr unterwegs, finden zum Teil dramatische Situationen vor - nicht selten geht es um Leben und Tod. Die Stadt ist per Gesetz verpflichtet, eine Notfallrettung einschließlich notärztlicher Versorgungen vorzuhalten. Und das tut sie auch. Neuerdings für die Beschäftigten unter optimalen Bedingungen in der neuen Hauptfeuer- und Rettungswache am alten Güterbahnhof an der Neuen Ritterstraße.

Die Kosten, die für den Betrieb der Ärzte, Sanitäter und Helfer anfallen betragen mehr als 13 Millionen Euro. Für Fehlalarme fallen mehr als 500.000 Euro an, für den Eigenschutz - etwa wenn ein Notarzt die Feuerwehr bei einem gefährlichen Einsatz begleitet - weitere 240.000 Euro. Unterm Strich bleiben 12,3 Millionen Euro, die für die Gebühren berücksichtigt werden können.

Das letzte Mal hat die Stadt Krefeld die von den Krankenkassen zu zahlenden Gebühren vor 15 Jahren angepasst. Seitdem ist viel passiert, sind die Kosten erheblich gestiegen. Beträge, auf die der Krefelder Steuerzahler jahrelang sitzen geblieben ist. Durch Tariferhöhungen ist allein der Personalaufwand auf 5,8 Millionen Euro angewachsen. Hinzu kamen zusätzlichen Stellen für einen dritten Notarzt, dessen Fahrer und einen Tagesdisponenten in der Leitstelle. Weitere 5,9 Millionen Euro entfallen auf Sachkosten - zum Beispiel zwei zusätzliche Rettungstransportwagen und Dienstleistungen.

Auf Grundlage der neuen Einsatzprognose hat die Verwaltung für einen Notarzteinsatz die Gebühr um 109 Prozent von 222,30 Euro auf 464,43 Euro angehoben. Für die Inanspruchnahme des Rettungstransportwagens in Krefeld müssen die Kassen der Kommune demnächst einen 17 Prozent höheren Beitrag erstatten. Statt 325,80 Euro werden 381,26 Euro fällig. Geradezu sprunghaft verteuert sich der Krankentransport von 42,10 Euro auf 200,15 Euro - das ist ein Anstieg um 375 Prozent.

Das gesetzlich geforderte Einvernehmen mit den Landesverbänden der Krankenkassen über die neue Gebührensatzung und die damit verbundenen Erhöhungen sei erzielt worden, teilt die Stadtverwaltung in den Beratungsunterlagen für die Kommunalpolitiker im Ausschuss für Verwaltung, Vergabe, Ordnung und Sicherheit mit, der am Donnerstag, 8. September, im Rathaus öffentlich tagt. Das letzte Wort hat der Stadtrat am Donnerstag, 29. September.

Quelle: RP
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