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Krefeld
5000 Zuschauer feiern Fußball-Legenden

Krefeld: 5000 Zuschauer feiern Fußball-Legenden
FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Schalke 04 hat den Budenzauber 2016 gewonnen und fährt nun zum Finale nach Berlin. Die Uerdinger Legenden um Friedhelm Funkel und Matthias Herget schieden nach der Vorrunde aus. Zum Mini-Eklat kam es im rheinischen Derby. Von Heinrich Löhr und Oliver Schaulandt

Die Traditionsmannschaft von Schalke 04 hat den Budenzauber 2016 im Krefelder Königpalast gewonnen. Die von Olaf Thon betreute Mannschaft setzte sich im Finale gegen die Auswahl des MSV Duisburg mit 8:7 nach Neunmeterschießen durch - den entscheidenden Strafstoß vergab der ehemalige Trainer des KFC Uerdingen und des VfR Fischeln, Uwe Weidemann. "Das ist besonders ärgerlich, wir waren die bessere Mannschaft", sagte Weidemann. Das Spiel um Platz drei gewann Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln.

Zum besten Spieler des Turnieres kürte eine Jury von Fachleuten Mike Hanke (Mönchengladbach). Bester Torhüter wurde Duisburgs Thomas Verwaayen, Torschützenkönig mit sechs Treffer Gladbachs Chiquinho. Die 4912 Zuschauer (das waren 500 mehr als im Vorjahr) wählte Hanke zudem zum Publikumsliebling.

Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer drückte bei den Ostgroten den Uerdinger Legenden die Daumen.

Reichlich frustriert über das frühe Ausscheiden seines Teams war Friedhelm Funkel. Der Coach der Uerdinger Legenden, die ihre beiden Gruppenspielen gegen die späteren Finalisten verloren, kündigte an: "Im nächsten Jahr werden wir anders auftreten. Wir werden auf jeden Fall am Abend vor dem Turnier noch eine gemeinsame Trainingseinheit einlegen."

Für den größten Aufreger des Tages sorgten Matthias Scherz vom 1. FC Köln und Valandi Anagnostou von der Weisweiler Elf. Im Vorrundenspiel waren die beiden nach einem Foul von Andrey Voronin an Scherz aneinander geraten und lieferten sich eine handfeste Rangelei. Dafür kassierten die beiden die Rote Karte, nach der Partie entschuldigte sich Scherz bei Anagnostou über das Hallenmikrofon.

Rund 5000 Zuschauer verfolgten die Spiele im Königpalast - Besucherrekord für den Krefelder Budenzauber. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Eine der ersten Uerdinger Legenden, die nach dem Budenzauber Krefeld wieder verließen, waren die befreundeten Rudi Bommer und Michael Dämgen. Zu Jahresbeginn hat Bommer beim hessischen Oberligisten SC Hessen Dreieich eine neue Trainerstelle angetreten. Und die heutige erste Trainingseinheit wollte der sechsfache A-Nationalspieler gestern zu Hause in Ruhe vorbereiten.

Auch in diesem Jahr trugen viele Besucher wieder Uerdinger Trikots aus den unterschiedlichen Epochen. Stolz präsentierte Thomas Hölters sein himmelblaues, "ein originales, das Frank Kirchhoff im Europapokal getragen hat", wie er zu berichten wusste. Zahlreiche Autogramme, auch die der bereits verstorbenen Horst Feilzer und Franz Raschid zierten es, "aber mir fehlt noch der Rudi Bommer", sinnierte "Hölle". Ihm konnte geholfen werden.

Man wird nicht jünger: Uerdigens Legende Matthias Herget ließ sich vor dem ersten Spiel von Physiotherapeut Jos Beulen durchkneten.

Regelrecht im Hallenfußballstress zu sein schien Ansgar Brinkmann. Noch am Donnerstag war er bei einer Veranstaltung in Leipzig aktiv, gestern wirkte er in Gummersbach bei einem Hallenturnier zu Gunsten der Lukas-Podolski-Stiftung mit. Dort verstärkte er das Prominententeam von TV-Star Elton, der - manche erinnern sich - im Januar 2008 beim Retterspiel selbst für den KFC Uerdingen aufgelaufen war.

Beinahe hätte Brinkmann gar nicht für die Uerdinger Legenden auflaufen können. Vom Turnier in Leipzig war er Freitag mit einer schmerzhaften Schulterverletzung angereist. Noch in der Nacht zu Samstag fuhr Mannschaftsarzt Dr. Thomas Pauly mit dem weißen Brasilianer in seine Orthopädiepraxis nach Düsseldorf und behandelte die schwere Sehnenreizung. "Einfach sensationell, um Mitternacht für mich die Praxis aufzumachen", drückte Brinkmann seinen Dank aus.

Zu den zahlreichen Besuchern des Budenzaubers im Königpalast zählte auch Krefelds Oberbürgermeister. Frank Meyer war mit einem KFC-Fanschal um den Hals erschienen und gesellte sich in den Block 101 zum KFC-Fanclub "Ostgroten", dem er schon seit Jahren angehört.

Auch den Zuschauern des Budenzaubers fiel auf, dass sie die Namen zahlreicher Aktiver der Traditionsmannschaften aus noch gar nicht so lange zurück liegenden Berichten über das aktuelle Bundesligageschehen kannten. "Auch an der Stelle rüsten die Vereine massiv auf", sagte Uwe Weidemann. "Ich werde bald 53 und muss mich hier mit 30-jährigen messen", sagte der Kapitän der Legenden des MSV Duisburg, kopfschüttelnd. Und Friedhelm Funkel ergänzte: "Der Andrey Voronin könnte heute auch noch als Profi spielen, so fit wie der ist."

Man mochte es kaum glauben, was Daniel Teixeira da aus seiner Heimat berichtete. "Dort halte ich Vorträge beim brasilianischen Verband über das deutsche System der Nachwuchsförderung", berichtete "Texas", der am kommenden Samstag beim Finale für die Legenden von Union Berlin auflaufen wird. "Natürlich haben meine Landsleute von Geburt an das Talent, aber was das System mit den Stützpunkttrainern und Leistungszentren anbelangt, können wir von Deutschland lernen". Erstaunlich, was der WM-Gewinn Deutschlands in Brasilien so alles bewirkt hat.

Unmittelbar nach dem Finale begann für die Mitarbeiter des Königpalastes Schwerstarbeit. Rund vier Stunden dauerten die Abbauarbeiten des Spielfeldes und der Banden. Insgesamt sieben Tonnen Sand mussten aus der Halle geschafft werden - gestern zum Eishockey war aber alles fertig.

Im kommenden Jahr wird es erneut den Budenzauber in Krefeld geben. Der Termin für die dann dritte Auflage steht bereits fest: Am 7. Januar 2017 geht's wieder los.

Quelle: RP
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