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Krefeld
646 Millionen Euro lassen sich Krefelder ihre Reiselust kosten

Krefeld. Neue Pestel-Studie im Auftrag der Initiative "Auf Zukunft gebucht" der deutschen Tourismuswirtschaft.

Kofferpacken in Krefeld - Reiselust steht hoch im Kurs: Insgesamt geben die Krefelder nahezu 646 Millionen Euro pro Jahr für den Tourismus aus - von der Landpartie bis zur Pauschalreise und von der Radtour bis zum Städtetrip. Das geht aus einer regionalen Tourismus-Datenanalyse hervor, die das Pestel-Institut jetzt erstmals für die Initiative "Auf Zukunft gebucht" der Tourismuswirtschaft gemacht hat. Diese wollte wissen, wie viel das touristische Erleben den Menschen in der Region wert ist.

Vom Kind bis zum Senior in Krefeld: Die Pro-Kopf-Ausgaben für den Tourismus betragen 2900 Euro im Jahr. "Egal, ob es der Flug zur Ferieninsel oder das Essen am Urlaubsort ist: Rund 17 Prozent von dem Geld, das die Krefelder ausgeben, fließt in den Tourismus. Zum Vergleich: Zehn Prozent sind es für Nahrungsmittel. Ähnlich wie in Krefeld liegt die Ausgabe hier bundesweit bei durchschnittlich 1800 Euro pro Kopf und Jahr", sagt Matthias Günther. Für den Leiter des Pestel-Instituts ist der Tourismus damit "ein starker Wirtschaftsfaktor - auch deshalb, weil drei Viertel der Ausgaben in Deutschland bleiben". Das zeige, dass das "Reiseziel Deutschland" nach wie vor hoch im Kurs stehe.

Die Krefelder Hotelbranche verzeichnet für die ersten neun Monate dieses Jahres einen Anstieg in der durchschnittlichen Belegungsquote um 1,1 Prozentpunkte auf 39,6 Prozent. 22 Betriebe in der Seidenstadt bieten 1679 Betten zur Übernachtung an.

Die Attraktivität des Tourismus wäre laut Pestel sogar noch zu steigern. Er könnte Urlaubern generell nämlich noch mehr fürs Geld bieten, sagt der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) als Koordinator der Initiative "Auf Zukunft gebucht". Dies fange bereits bei der unterschiedlich hohen Besteuerung von Speisen an.

Die Tourismuswirtschaft kritisiert, dass der Staat kräftig an der Preisspirale beim Reisen drehe. Allen voran durch die Luftverkehrssteuer, die Deutschland im Alleingang erhebe. Sie mache das Reisen so jährlich um gut eine Milliarde Euro teurer. Auch die Luftsicherheitsgebühren wälze der Staat - anders als beispielsweise in Spanien, Italien oder in den USA - auf die Reisenden und Unternehmen ab. Dort gehe es um Passagier- und Gepäckkontrollen und um bundesweit immerhin fast 700 Millionen Euro allein in diesem Jahr. Dabei sei Terrorismusbekämpfung und Gefahrenabwehr eine staatliche Aufgabe.

(sti)
 
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