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Krefeld
6500 Krefelder üben neben ihrem normalen Job noch einen Minijob aus

Krefeld. Das Einkommen aus dem Erstjob reicht in vielen Familien nicht mehr, um über die Runden zu kommen. Deshalb bessern immer mehr Krefelder ihr Einkommen durch einen Zweitjob auf. Zu diesem Ergebnis kommt Ralf Köpke, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Krefeld, nach Auswertung entsprechender Daten der Agentur für Arbeit.

Während die Zahl der geringfügig Beschäftigten insgesamt von Dezember 2014 bis Dezember 2015 von 21.022 auf 20.321 gesunken ist, stieg die Zahl der Minijobs im Zweitjob im gleichen Zeitraum von 6469 auf 6552. Davon sind 54,3 Prozent Frauen und 45,7 Prozent Männer. Die größte Altersgruppe sind mit 73,8 Prozent die 25 bis 55-Jährigen.

,,Vor einigen Jahren ging es vielleicht darum, sich den Zweitwagen oder den zweiten Urlaub leisten zu können. Heute ist das anders, das Einkommen reicht oft hinten und vorn nicht mehr. Diese Zunahme ist keine positive Entwicklung'', urteilt Köpke.

An der Spitze aller Minijobs standen in Krefeld zum Stichtag Ende vergangenen Jahres folgende Tätigkeiten: Die Reinigungsbranche beschäftigte 3608 Minijobber, in Büro und Sekretariaten waren 2297 beschäftigt, im Verkauf 2159, in der Gastronomie und Touristik 1968 und in der Verkehr und Logistiksparte 1233.

Mit großer Sorge sieht der DGB, dass nur 17,9 Prozent der Minijobber in Betrieben und 14,2 Prozent in Privathaushalten rentenversichert sind. Viele Beschäftigte lassen sich von der Versicherungspflicht aufgrund der geringen Rentenanwartschaften befreien. Dadurch verzichten sie auf Leistungen der Rentenversicherung. Wer zum Beispiel vorher einen versicherungspflichtigen Vollzeitjob hatte, der hat weiter einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Ehepartner erhalten eine Witwenrente. Medizinische und berufliche Rehabilitationsleistungen sind auch mitversichert.

Da Minijobs problembehaftet seien und den Menschen keine richtige soziale Absicherung böten, wolle der DGB Minijobs umwandeln. "Der DGB hat ein Konzept entwickelt, wie Minijobs sozialverträglich in reguläre Beschäftigung umgewandelt werden können. Ab dem ersten bis zu 800 Euro soll es eine Gleitzone geben, bei dem der Arbeitgeber insbesondere im unteren Einkommensbereich den Großteil der Sozialabgaben alleine trägt. Dafür wird sich der DGB bei der Politik einsetzen. Wenn es hier keine Bewegung gibt, dann machen wir das zum Thema im Bundestagswahlkampf 2017'', erklärte Köpke.

(sti)
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