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Krefeld
700.000 Euro unter einer abgehängten Kellerdecke

Krefeld: 700.000 Euro unter einer abgehängten Kellerdecke
Am Landgericht Krefeld wird der Fall verhandelt. (Symbolbid) FOTO: dpa, ve tag mov bsc
Krefeld. Vier Angeklagte müssen sich seit Montag vor Gericht wegen des Verdachts der Geldwäsche verantworten. Unter der abgehängten Kellerdecke eines Hauses in Rheinberg waren im Juni 2016 rund 700.000 Euro entdeckt worden. Das Geld soll aus Verbrechen stammen. Von Birgit Lameyer

Ein 52-Jähriger muss sich seit gestern vor dem Krefelder Landgericht wegen des Verdachts der Geldwäsche verantworten. Unter der abgehängten Kellerdecke seines Rheinberger Hauses waren im Juni vergangenen Jahres rund 700.000 Euro entdeckt worden, an seinem Zweitwohnsitz in Ostfriesland wurden die Ermittler ebenfalls fündig. Insgesamt handelt es sich laut Anklage um 2,4 Millionen Euro, bestehend aus vergilbten und zum Teil stark beschädigten 500-Euro-Scheinen.

Mit dem 52-Jährigen müssen sich drei weitere Angeklagte - einer davon aus Krefeld - verantworten. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie daran beteiligt gewesen sein, das Geld in "saubere Scheine" einzutauschen. Der Rheinberger soll von unbekannt gebliebenen Hintermännern jeweils bis zu 30 Prozent Provision erhalten haben. Dem Mitangeklagten aus Krefeld habe er 100.000 Euro gegeben, damit dieser das Geld in eine Gesellschaft investiert. Für weitere 30.000 seien kurz darauf Goldbarren gekauft worden. Auch habe der Rheinberger weitere Personen angeworben, die das Geld eintauschen. Unter anderem habe man mit den zum Teil beschädigten und stark vergilbten 500-Euro-Scheinen Autos bezahlt. Eine große Summe sei auch über einen mitangeklagten Anwalt an einen weiteren Angeklagten aus den Niederlanden gegangen. Der Versuch, das Geld in einer niederländischen Bank einzutauschen, schlug allerdings fehl. Das Kreditinstitut hatte die Annahme verweigert. Die knapp 500 000 Euro wurden an das Landeskriminalamt weitergeleitet.

Ein Geldinstitut am Niederrhein dagegen habe eine Summe in fünfstelliger Höhe eingetauscht, die Annahme weiterer beschädigter Scheine allerdings abgelehnt. Weitere 500 Euro-Scheine seien in einem Baumarkt sowie Banken aufgetaucht. Das alles sei gemacht worden, um die Herkunft des Geldes zu verschleiern, so der Staatsanwalt. Neben den 700.000 Euro unter der Kellerdecke wurde auch Goldbarren sichergestellt. In Schließfächern des Angeklagten lagen weitere 500.000 Euro sowie 13 000 US-Dollar, Gold und Jetons.

Nach Verlesung der Anklageschrift bot der Richter den Beteiligten die Möglichkeit zu einem Rechtsgespräch. Ob diese sich auf einen Strafrahmen einigen konnten, wird am nächsten Verhandlungstag am 7. April mitgeteilt.

 
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