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Krefeld-Oppum
A 57-Ausbau soll Mitte 2017 starten

Krefeld. Der sechsspurige Ausbau der Autobahn durch Krefeld kostet insgesamt rund 126 Millionen Euro und wird nicht vor 2030 fertig. Derzeit arbeitet Straßen.NRW an den Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren des ersten Bauabschnitts. Von Norbert Stirken

Eines ist jetzt schon klar, der bisherige Zeitplan ist nicht zu halten: Der sechsspurige und 126 Millionen Euro teure Ausbau der Autobahn 57 durch Krefeld vom Kreuz Meerbusch bis zur Anschlussstelle Moers-Kapellen wird voraussichtlich nicht vor dem Jahr 2030 fertig. Gleichwohl rückt der Startschuss immer näher. Für den ersten Abschnitt zwischen Meerbusch und Oppum hat das Bundesverkehrsministerium grundsätzlich grünes Licht gegeben. Die zuständige Abteilung bei Straßen.NRW unter der Projektleitung von Michael Kaufmann hat in diesem Monat damit begonnen, die Unterlagen für das gesetzlich vorgeschriebene Planfeststellungsverfahren zu erarbeiten.

Im Vorfeld war dazu eine erneute Abstimmung mit der Stadt Krefeld in Fragen der Entwässerung nötig geworden. Kanäle unter der Autobahn enden nun in einem neuen, verlagerten Regenrückhaltebecken. Weil die Flächen in einem Wasserschutzgebiet liegen, baut Straßen.NRW eine Mini-Kläranlage, ehe das gesäuberte Niederschlagswasser versickern darf. "Zum Umfang der Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren zählen unter anderem die Feststellung der Grundstückseigentümer, die vom Ausbau der Autobahn betroffen sind, die Auftragserteilung für diverse Gutachten und das Zeichnen der Detailpläne", erläuterte Kaufmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ende dieses Jahres, Anfang 2015 wollen Kaufmann und sein Team die Unterlagen komplett haben, um sie dann an die Bezirksregierung Düsseldorf zu übergeben. Ein Termin, wann die Regierungspräsidentin dann das Planfeststellungsverfahren eröffnet, steht noch nicht fest. Straßen.NRW vermutet, dass die Unterlagen im Frühjahr 2015 öffentlich ausgelegt werden und Betroffene ihre Einwendungen und Anregungen geben können. Nach Abwägung aller Stellungnahmen sei gut ein Jahr später mit einem Beschluss zu rechnen.

"Für den Abschnitt Oppum sehen wir keine Probleme und rechnen auch nicht mit Klagen gegen den Ausbau", sagt Kaufmann. Straßen.NRW benötige dann etwa weitere zwölf Monate, um die benötigten Flächen kaufen zu können, die bislang überwiegend landwirtschaftlich genutzt werden, die Baustelle vorzubereiten und die Bauausführungsplanung abzuschließen. "Wir bezahlen nach Grundstücksrichtwert, daran sind wir auch gebunden", erklärt Kaufmann.

Mitte 2017 sollen die Arbeiten beginnen. Die Bauzeit beträgt rund drei Jahre. Der Auftakt erfolgt mit den Arbeiten an insgesamt vier Brückenbauwerken, die die Autobahn überspannen. Die Brücken am Weilerhof, an der Bösinghovener Straße, an der Landstraße 386 und an der Heckschenstraße müssen in ihrer Spannweite vergrößert werden. Vielleicht werde parallel auch im Trassenverlauf gearbeitet. "Der erste Ausbauabschnitt ist technisch sehr anspruchsvoll", betont Kaufmann.

Was den Lärmschutz anbetrifft, habe Berlin eine 4,5 Meter hohe Wand mit nach innen gekrümmtem Aufsatz von zwei Metern Höhe genehmigt, informiert Kaufmann. "Dazu hat das Ministerium Ja gesagt." Wie der Lärmschutz am Ende tatsächlich aussieht, soll ein Gestaltungswettbewerb klären. In der Jury, die eine Entscheidung treffen muss, sollen neben Politikern und Fachleuten auch Krefelder Bürger sitzen. "Wir machen eine komplett neue Form der Bürgerbeteiligung. Für uns ist das auch totales Neuland." Derzeit fahren laut Kaufmann in dem Abschnitt rund 80 000 Kraftfahrzeuge täglich – mit regelmäßigen Staus. Zukünftig solle der Verkehr mit etwa 120 000 Kfz am Tag fließen. Sicher sei, so der Straßen.NRW-Experte, dass es für die Anwohner "dennoch deutlich leiser" werde.

Quelle: RP
 
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