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Krefeld
A 57: Maut für den Tunnel?

Krefeld: A 57: Maut für den Tunnel?
Die Lkw-Maut sorgt für Rekordeinnahmen. FOTO: ddp, ddp
Die Stadt prüft, ob sich ein privater Investor am Ausbau der A 57 beteiligen könnte. Dadurch sollen die Mehrkosten für die Tunnel-Trog-Lösung finanziert werden. Ein Investor aber will sein Geld zurück – eventuell mittels Maut.

Muss der Autofahrer, wenn er demnächst in den Krefelder Tunnel auf der A 57 einfährt, einen Bon ziehen und beim Verlassen des Tunnels bezahlen? Baudezernent Thomas Visser schließt solche Lösungen nicht aus: "Die Beteiligung privater Partner ist kein Hirngespinst, auch wenn eine Maut das letzte Glied einer Kette ist."

Die Stadtverwaltung wird in den kommenden Tagen ein sogenanntes Markterkundungsverfahren in Auftrag geben. Damit soll geprüft werden, ob die Einbindung privater Partner in einem public-private-partnership-Modell (ppp) beim Ausbau der A 57 möglich ist. "Wir müssen prüfen, wie wir die Mehrkosten stemmen, die dadurch entstehen, dass wir keinen konventionellen Lärmschutz wollen", sagt FDP-Fraktionschef Joachim Heitmann, dessen Fraktion diese Prüfung angeregt hat. Ziel ist es, private Investoren zu finden, für die solch ein Engagement sinnvoll sein könnte.

Vorbild Emsland?

Thomas Visser nennt hierfür mehrere Modelle. So wurde im Jahr 2004 eine 42 Kilometer lange Lücke der A 31 im Emsland geschlossen. Unternehmen, Bürger und Behörden steuerten insgesamt 53 Millionen Euro bei. "Für die Unternehmen hat sich diese Investition gerechnet, weil die Verluste durch Staus für sie viel höher waren als das eingesetzte Geld", sagt Visser.

Ein weiteres Modell für eine Finanzierung wäre eine Maut. "Private bauen die Autobahn und betreiben sie. Das Geld dafür holen sie sich über eine Gebühr", sagt Visser. In Thüringen und in Hessen gebe es solche Modell bereits. Krefelder, die den Tunnel nutzen, könnten allerdings nicht von der Maut befreit werden. "Da gilt gleiches Recht für alle", betont Visser.

Auf eine weitere Möglichkeit, wie ein Investor sein Geld zurückbekommen könnte, hatte die FDP verwiesen, als sie das Markterkundungsverfahren im Rat beantragte: Durch den Bau eines Tunnels würden in Krefeld Flächen frei, die derzeit von der oberirdischen Autobahn belegt sind. Diese Flächen könnte der Erbauer des Tunnels vermarkten und damit seine Investition finanzieren. Denkbar ist laut Visser auch, dass ein Privater die Autobahn baut und der Bund anschließend für eine bestimmte Zahl von Jahren eine Miete zahlt. Danach fiele die Autobahn an den Bund zurück.

Auswirkungen für Innenstadt

Der sechsspurige Ausbau der A 57 hätte laut Visser auch für den innerstädtischen Verkehr Auswirkungen. Nach Prognosen der Stadtverwaltung würden Nordtangente, Gath und der Fischelner Raum entlastet. Autofahrer, die jetzt einen Stau auf der A 57 scheuen, würden die neue Strecke nutzen. Allerdings warnt Visser: "Wenn immer mehr Autos über die A 57 fahren, dann wird auch wieder ein Sättigungsgrad eintreten."

 
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