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Krefeld
A 57-Plan: Enteignung droht

Krefeld. Straßen NRW macht Nägel mit Köpfen: Der erste Ausbauabschnitt der A 57 vom Kreuz Meerbusch bis Anschluss Oppum ist komplett geplant. Der Stadt droht laut Straßen NRW sogar eine Enteignung der Grundstücke. Von Sebastian Peters

Die Planungen für den Ausbau der A 57 auf Krefelder Stadtgebiet sind schon viel weiter als bekannt. Michael Kaufmann, Projektleiter von Straßen NRW für den Ausbau der A 57, sagte gestern unserer Zeitung: "Der Ausbau in Tunnellage wird nicht kommen, viele Politiker wissen das mittlerweile. Doch keiner will bisher die Wahrheit sagen." Das Bundesverkehrsministerium habe den Ausbau in Höhenlage mit Lärmschutz und Flüsterasphalt genehmigt: "Wenn die Stadt die nötigen Grundstücke nicht freigibt, kommt es zur Enteignung", sagt Kaufmann. Was die Krefelder Politik entschieden hat, sei nicht entscheidend: "Der Ausbau ist nicht abhängig vom Ratsbeschluss der Stadt Krefeld."

Straßen NRW setzt wie Bund und Land jetzt auf den Ausbau in Höhenlage mit Lärmschutz. Der erste Bauabschnitt soll 2013 starten: Die Krefelder Abteilung des Landesbetrieb Straßen NRW hat vor wenigen Wochen die Detailplanung für diesen südlichen Teil – 4,1 Kilometer ab 100 Meter hinter dem Kreuz Meerbusch bis 50 Meter vor der Auffahrt Oppum – an die Zentrale von Straßen NRW in Gelsenkirchen gesendet. Von dort soll die Detailplanung direkt an das Landes- und das Bundesverkehrsministerium geschickt werden. Parallel arbeitet der Landesbetrieb derzeit an der Detailplanung für den nördlichen Streckenabschnitt ab der Anschlussstelle Gartenstadt in nördliche Richtung bis Kreuz Moers. Kaufmann: "Da gibt es weit weniger zu berücksichtigen, auch hier sind wir schon sehr weit." Beginnen müssen bald auch die Grundstücksverhandlungen mit den Landwirten, die an der A 57 Teile ihrer Felder abgeben müssen.

Der dritte Teilabschnitt, das Krefelder Kernstück im Bereich der Auffahrt Zentrum, wird nach der Sommerpause im Detail geplant. Kaufmann verspricht: "Es werden keine Häuser abgerissen, und es müssen keine Menschen aus ihren Wohnungen ausziehen." Zudem sei überall gewährleistet, dass die Lärmgrenzwerte eingehalten werden. "Die Autobahn wird leiser als vorher." Während der Ausbauphase könne der Verkehr stets auf einer Spur weiterlaufen.

Konkretisieren kann Kaufmann mittlerweile die Planungen für den ersten Abschnitt im Bereich Oppum. Straßen NRW geht dabei auf den Mühlenbauverein in Oppum zu. Die Lärmschutzwand wird im Bereich der Geismühle niedriger gezogen, auf eine Höhe von den bisher dort schon bestehenden 4,50 Metern, damit der Wind nicht blockiert wird. Ausgeglichen werden könnte der Lärmschutz mit einer Mittelwand. Auf der östlichen Seite soll ein Hügel aufgeschüttet werden, von dem aus die Kuppe der Geismühle zu sehen ist. Auf der westlichen Seite wird es nur noch eine Tankstelle geben. Die alte Kapelle soll zwar stehenbleiben, es wird aber eine Zweite auf dem neuen Rastplatz gebaut. Auch zwei Brücken (Schönwasserpark und L 386) müssen erneuert werden. Schon in zwei Jahren, im Jahr 2015, könne der Oppumer Abschnitt fertig sein, sagt Hoffmann. "Vieles ist davon abhängig, wie schnell die Verbreiterung der Brücken gelingt."

www.rp-online.de/krefeld

Quelle: RP
 
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