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Krefeld
A57: Ausbau auf Raten

Krefeld. Krefeld hofft weiter auf die Tunnellösung für die A57. Wie stehen die Chancen dafür? Die RP bat Experten um Einschätzung – den CDU-Landtagsabgeordneten Winfried Schittges und Joachim von Bebber von Straßen NRW. Von Sebastian Peters

Viel Lärm um eine Autobahn. Alle Krefelder hoffen weiter auf die Untertunnelung. Die Oppumer wünschen sich mehr Lärmschutz. Und derzeit gibt es auf den Abschnitten zwischen Gartenstadt und Meerbusch zahlreiche Baumaßnahmen. Der Fahrbahnbelag zwischen Meerbusch und Krefeld-Zentrum wurde erneuert.

Kürzlich wurden an der Anschlussstelle Oppum die mittleren Brückenpfeiler saniert, Ähnliches soll in Gartenstadt passieren. Gesamtkosten für die Maßnahme: eine Million Euro. Geld, das Kritiker am liebsten sofort in den Tunnel investieren würden. Die A57 bleibt ein verkehrspolitischer Dauerbrenner.

Bedeuten die Investitionen von einer Million Euro in die Sanierung, dass die Chancen auf den Tunnel sinken? "Nein", sagt Joachim van Bebber von Straßen NRW. "Die Sanierungen sind dringend nötig, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten." Die Arbeiten erfolgten aufgrund einer Gesetzesänderung, die vorschreibt, dass an Autobahnen im Brückenbereich zusätzliche Absicherungen geschaffen werden müssen.

Was tut die Politik für den Ausbau der A57? Heute trifft Krefelds Landtagsabgeordneter Winfried Schittges den NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke. Die beiden werden auch über die A57 sprechen. "Ich spreche das Thema immer wieder an", sagt Schittges, der seine Position zur A57 auch heute herausstellen will.

"Ich bin für einen schnellen Ausbau vom Süden bis zum Anschluss Oppum auf Sechsspurigkeit." Dieser würde garantieren, dass Oppum bis zur Anschlussstelle einen optimalen Lärmschutz bekäme und die Krefelder eine gute Südverbindung erhalten. Die Tunnellösung müsse losgelöst betrachtet werden. Aber: "Klar ist, dass es keinen Ausbau von Stadtgrenze zu Stadtgrenze gibt."

Spielt der Faktor Zeit für oder gegen Krefeld? Schittges rechnet eigentlich nicht mit einer schnellen Entscheidung für den Tunnel. Er hofft, dass schon in einigen Jahren deutlich mehr Tunnellösungen genehmigt werden und glaubt an die Entwicklung der Verkehrspolitik: "Schon heute würde man die A 57 niemals mehr so bauen wie damals." Wie viel teuer wäre eine Tunnellösung als der normale Ausbau?

Experten rechnen damit, dass ein Ausbau rund 100 Millionen bis 150 Millionen mehr kosten könnte. Können die Anliegerlandwirte mit hohen Entschädigungen für ihr Ackerland rechnen? Schlechte Aussichten. Laut Joachim van Bebber von Straßen NRW zahlt der Bund "normale" Entschädigungen. "Wir benötigen drei bis sechs Meter neben der Bahn und zahlen normale Verkehrswerte.

Quelle: RP
 
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