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Krefeld
A57 – der komplette Ausbauplan

Krefeld. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat jetzt erstmals die komplette Ausbauplanung mit Lärmschutzwänden den Ratsfraktionen gezeigt. Die FDP hat sich vor dem großen Krefelder Sondersitzung zur A57 Freitag als erste Fraktion positioniert: Sie fordert ein Festhalten an der Tunnellösung. Von Sebastian Peters

Am 6. April treffen sich die Politiker des Planungsausschusses zur großen Verkehrssondersitzung. Dort sollen die Weichen für den Ausbau der Autobahn 57 auf Krefelder Gebiet gestellt werden: Rückt der Rat von seiner 2007 einhellig beschlossenen Tunnellösung wieder ab, nachdem der Bund mehrfach ankündigte, diese Variante nicht bezahlen zu wollen? Bis zum Mai 2011 erwartet das Land NRW eine Position der Stadt Krefeld zum Ausbau.

Die Krefelder FDP-Fraktion hat sich gestern aus der Deckung gewagt. "Wir halten am Beschluss der Tunnellösung fest", sagte gestern Fraktionschef Joachim C. Heitmann. Die FDP glaube weiterhin an die Umsetzbarkeit eines PPP-Modells. Ein Privater würde demnach den Tunnel bauen und an den Bund vermieten. Den Ertrag würde der Private durch die Lkw-Maut erhalten. Dazu hatte die Stadt schon ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Die anderen Fraktionen haben sich bisher nicht festgelegt. Die CDU will am 21. März mit dem Parlamentarischen Staatssekretär Horst Becker (SPD) sprechen. SPD-Fraktionschef Ulrich Hahnen kündigte gestern an, am Montag in der Fraktionsrunde zu beraten.

Kritik der FDP an Verwaltung

FDP-Ratsherr Günther Porst kritisierte gestern die Landesplanung von Straßen NRW: "Es ist mittlerweile eigentlich überall Standard, in öffentlichen Ballungsräumen nur noch in Tunnellösung zu bauen; warum das bei uns nicht gelingen soll, ist mir ein Rätsel." Stattdessen setze Straßen NRW der Politik die Pistole auf die Brust und drohe mit dem Ausbau auf der Standspur. Dem städtischen Baudezernat wirft die FDP vor, die Tunnelforderung und die PPP-Variante nie an den Bund weitergegeben zu haben. "Die Verwaltung vertritt die Krefelder Interessen in Sachen A 57 in Düsseldorf und Berlin nicht in befriedigender Weise", sagte Heitmann gestern. "Wir können so nicht mit Gutachten umgehen."

Die Ingenieurgruppe IVV aus Aachen und Berlin hat im PPP-Gutachten drei Varianten entwickelt, nach denen die A57 ausgebaut werden könnte: Dabei wurden die erwarteten Mauteinnahmen aus dem Lkw-Verkehr in unterschiedlichen Szenarien durchgerechnet und die Verkehre auf der A57 für die Jahre 2015 und 2025 prognostiziert.

Quelle: RP
 
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