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Krefeld
A57: Heute Gespräch in Berlin

Krefeld. Das Bundesverkehrsministerium präsentiert den Krefelder Bundestagsabgeordneten heute die Planung für die A 57. Bernd Scheelen, Siegmund Ehrmann, Ansgar Heveling und Otto Fricke reisen mit gedämpften Erwartungen an. Von Sebastian Peters

Es ist ein entscheidender Tag für die östlichen Krefelder Stadtteile: Das Bundesverkehrsministerium wird den vier Krefelder Bundestagsabgeordneten heute die Pläne für den Ausbau der A 57 präsentieren. Bisher setzte der Bund immer auf den Ausbau in Höhenlage mit Lärmschutz und Flüsterasphalt. Was passiert jetzt? Die Bundestagsabgeordneten haben die Hoffnung, dass ihre Wünsche zumindest angehört werden. "Andernfalls hätte man uns gar nicht einladen müssen", sagt Otto Fricke (FDP).

Eine Überraschung zauberte der Krefelder Rat vor wenigen Tagen aus dem Hut: Drei Jahre plädierte er fraktionsübergreifend für eine Tunnel-Trog-Lösung; in der jüngsten Ratssitzung erweiterte er diese Forderung plötzlich. Die neue Variante der Krefelder Kommunalpolitik lautet: Tunnel-Trog-Lösung mit eingehaustem Trog. Die Verwirrung war am Wochenende bei den Bundestagsabgeordneten groß – auch sie wussten nicht, wie sie den neuen Ratsbeschluss einschätzen sollen.

Offiziell sagen wollte es keiner. Doch nicht wenige von ihnen glauben, dass die Krefelder Position durch den neuen Ratsbeschluss eher geschwächt ist. "Unsere Verhandlungsposition ist nicht gestärkt worden", sagt Siegmund Ehrmann (SPD). Er gehe dennoch mit dem Auftrag in die Gespräche, für Krefeld das Maximale herauszuholen. Bernd Scheelen (SPD) hat sich am Wochenende noch einmal über die Option eines PPP-Modells informiert. "Ein fiktives Rechenmodell, aber wir müssen jede Chance ergreifen." Scheelen ist ebenfalls nicht glücklich über den neuen Ratsbeschluss: "Ich werde in Berlin von einem Tunnel sprechen. Die Quintessenz des neuen Ratsbeschlusses war: Wir bleiben beim alten Beschluss."

Ansgar Heveling (CDU) ist es zunächst wichtig, dass die Krefelder Parlamentarier mit einer Stimme sprechen: "Nur so ist es möglich, das Optimum herauszuholen." Heveling hat am Wochenende den Bundesverkehrswegeplan studiert – aus dem geht die Wichtigkeit der A 57 für das deutsche Verkehrswesen hervor. "Die einzelnen Ausbauplanungen werden mit einem Nutzen-Kosten-Wert belegt, die A 57 schneidet dabei sehr gut ab." Mit diesem Argument will Heveling den Bund von der Wichtigkeit einer von der gesamten Bevölkerung akzeptierten Planung überzeugen.

Otto Fricke (FDP) sagt: "Wir müssen deutlich machen, dass die A 57 unsere Stadt teilt." Er verweist darauf, dass auch das Bundesverkehrsministerium keine einsamen Entschlüsse fällen könne. "Ein Verkehrsministerium kann solche Beschlüsse nicht einsam fällen, die müssen mit den Abgeordneten diskutiert werden", sagt Fricke.

Für das Bundesverkehrsministerium führt die Gespräche der parlamentarische Staatssekretär Ekan Ferlemann. Er wollte sich vor den Verhandlungen nicht äußern.

Quelle: RP
 
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