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Krefeld
Abiturient liebt den Werkstoff Holz

Krefeld: Abiturient liebt den Werkstoff Holz
Drei Ausbildungsjahre sind vorbei: Kevin Hupperten liefert jetzt sein Gesellenstück ab. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Kevin Hupperten arbeitet in den Möbelwerkstätten Flümann an seinem Gesellenstück - einem Sideboard. Bis zur Abgabe hat er noch rund zwei Wochen Zeit. Die RP besuchte den 26-jährigen Hülser an der Talstraße. Von Norbert Stirken

Der Hülser Kevin Hupperten steckt mitten in den Arbeiten für sein Gesellenstück als Tischler. Der 26-Jährige mit Abitur fertigt ein Sideboard in den Räumen der Flümann-Möbelwerkstätten an der Talstraße. Die Chemie zwischen Ausbildungsbetrieb und ihm stimmte vom ersten Moment an. "Ich habe gar keine richtige Bewerbung schreiben müssen, sondern angerufen, probegearbeitet und den Ausbildungsvertrag unterschrieben", berichtet er von den Anfängen vor drei Jahren. Holz sei der Werkstoff, der ihn interessiere und begeistere. Das handwerkliche Geschick habe er offenbar geerbt.

Von der Idee über die Planung bis zur Zulassung seines Projekts als Prüfungsobjekt hat Hupperten schon einige Stufen auf dem Weg zur Produktion und Vorstellung seiner Prüfungsarbeit durchlaufen. Maßstabsgerecht hat er Ansichten und Querschnitte mit einem Computer-Zeichenprogramm zu Papier gebracht. Materiallisten und Kostenkalkulationen ergänzen das Paket. Die erste Hürde hat der 26-Jährige damit bereits genommen. Sein Sideboard ist als Werkstück für die Gesellenprüfung im Tischlerhandwerk zugelassen. "Dabei mussten bestimmte Standards berücksichtigt werden", sagte er.

Der Auszubildende hat Ansichten und Querschnitte für sein Sideboard mit einer Zeichensoftware am Computer hergestellt. FOTO: Lammertz Thomas

Sein Sideboard soll 1,20 Meter breit, 60 Zentimeter hoch und 40 Zentimeter tief werden. Die Front bekommt ein diagonales Streifendekor aus Kupfer. Auch die Griffe, die ein Freund für ihn anfertigt, sind aus Kupfer. Schubladen und Klappfach sind aus Eiche-Furnier auf MDF-Platte. MDF steht für mitteldichte Hartfaserplatte. Das Furnier wird unter Druck auf die MDF-Platte verleimt und anschließend zurechtgeschnitten. Der Korpus ist aus Hi-Macs - das sind Platten aus Mineralwerkstoffen.

Hupperten hat jetzt noch knapp zwei Wochen Zeit, um die vorgefertigten Teile zusammenzubauen, zu ölen, zu lackieren und zu vermessen. Bis zum Stichtag soll alles perfekt sein. Nervosität ist dem 26-jährigen Hülser nicht anzumerken. Den Umgang mit Präzisionsmaschinen hat er gelernt. Auch handwerklich arbeitet er sehr genau. Die so genannten Fingerzinken - um Seitenwand und Rückwand der Schublade miteinander zu verbinden - hat er exakt erstellt.

Fingerzinken sind eine traditionelle Verbindung von Holzteilen. FOTO: Lammertz Thomas

Ab Montag, 27. Juni, werden sein und die Gesellenstücke seiner Kollegen im Foyer der Volksbank an der St.-Anton-Straße für das Publikum ausgestellt.

Quelle: RP
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