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Krefeld
Abriss des Sparkassengebäudes: Verkehrschaos auf St.-Anton-Straße

Krefeld: Abriss des Sparkassengebäudes: Verkehrschaos auf St.-Anton-Straße
Mit großem Gerät wird das Mauerwerk des alten Sparkassengebäudes abgerissen, im Juni soll auch das "Hochhaus" verschwunden sein. FOTO: Lammertz
Krefeld. Die unübersichtliche Verkehrsführung und eine schraffierte Fahrbahn vorm Seidenweberhaus sorgen immer wieder für gefährliche Situationen. Die Zufahrt ins Parkhaus ist während der Bauphase offen. Von Joachim Niessen

Ab heute regiert in der alten Sparkasse an der Friedrichstraße der Abrissbagger. Nachdem in den vergangenen Wochen im Gebäude zahlreiche Vorbereitungen durchgeführt worden waren, wird jetzt mit großem Gerät das Mauerwerk bearbeitet. Am 15. August wird von dem Komplex nichts mehr zu sehen sein. An diesem Tag soll dort die Bodenplatte für das "Forum Krefeld" gegossen werden. Die Verkehrführung auf der St.-Anton-Straße wird für die kommenden 18 Monate zum Nadelöhr. Einen ersten Vorgeschmack haben die Planer den Autofahrern bereits vor dem angrenzenden Seidenweberhaus präsentiert. Die gelb schraffierte zweite Fahrspur darf nicht genutzt werden. Das sorgt für Irritation, Unverständnis, Ärger und - vor allem bei Nässe und in den Abendstunden - für gefährliche Verkehrssituationen.

"Wir wollen während der Bauphase die Belästigungen für die Anwohner, das Umfeld und den Verkehr so gering wie möglich halten", versprach jetzt im Bauausschuss Andreas Reichau, Architekt beim Projektentwickler "Die Developer", der das Forum Krefeld errichtet. Die Planer haben deshalb einen "Abriss nach innen" vorgesehen. "In der ersten Phase werden die Reste des oberirdischen Gebäudes ins Untergeschoss geworfen und verdichtet, damit Fahrzeuge die Fläche befahren können. Im Juni wird gegen Ende des Abbruchs das Hochhaus runtergebissen."

Rund 20 Millionen Euro werden in den kommenden anderthalb Jahren investiert, zum Weihnachtsgeschäft 2017 sollen die Kunden durch das neue Einkaufs-Forum flanieren können. Bei insgesamt knapp 15.000 Quadratmetern wird mit einer einzelhandelsrelevanten Fläche von 6000 Quadratmetern auf zwei bis drei Ebenen geplant. In den oberen Etagen wird es 200 Pkw-Stellplätze für Innenstadtkunden geben. Als Ankermieter wird Edeka auf 2900 Quadratmetern in das Untergeschoss des Komplexes einziehen. Auf der Restfläche sollen sich in einem viergeschossigen, architektonisch hochwertigen Geschäftshaus Einzelhandel und Büros ansiedeln. An den Ecken werden in den oberen Etagen jeweils mehrere Bäume als Dachgärten gepflanzt. "Die Mietverträge sind zu 85 Prozent unter Dach und Fach", so Reichau. Die Nachfrage sei enorm, fünf bis zehn Unternehmen fragen wöchentlich nach freien Flächen. In einen separaten Bereich, optisch aber in das Gebäude integriert, wird auch die Sparkasse in dem Komplex bis Mitte 2018 wieder eine Heimat finden.

Eine Herausforderung für Stadt und Bauherr wird die Verkehrsführung in den kommenden Monaten werden. Für unübersichtliche Verhältnisse sorgt unter anderem eine derzeit schraffierte Fahrspur vor dem Seidenweberhaus. Quietschende Bremsen und aggressives Gehupe gehören an dem neuen Nadelöhr inzwischen zum guten Ton. Neben den Anwohnern sind vor allem Radfahrer und Fußgänger sichtlich genervt. In den Abendstunden und bei Nässe ist regelmäßig das Chaos programmiert.

Dass die aktuelle Verkehrsführung an dieser Stelle "nicht ganz einfach" ist, sieht auch die Polizei so. "Dabei sind Beschilderung und Fahrbahnmarkierung eindeutig", betonte eine Polizeisprecherin gestern auf Anfrage. Allerdings: "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier", daher fährt so mancher Krefelder - ohne auf die Vorgaben zu achten - zügig aber verbotswidrig bis zur Kreuzung Königstraße durch.

Während Architekt Reichau versicherte, dass auch während der Bauphase die Zufahrt zum nahegelegenen Parkbereich des Seidenweberhauses "immer erreichbar" sei und Baudezernent Martin Linne betonte, dass man sich nach Fertigstellung des Forums sowieso über die "Funktionalität" der St.-Anton-Straße einmal unterhalten müsse, fordert die SPD von der Verwaltung schnellere Antworten: "Wir sollten uns schon jetzt Gedanken machen, wie man künftig mit der Straße umgehen soll und nicht bis zum Ende der Bauzeit warten", so Ratsherr Jürgen Hengst.

Quelle: RP
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